Ratgeber · Haare, Nägel und Pilz
Fußpilz und Hautpilz: erkennen, unterscheiden, behandeln
Fußpilz gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen überhaupt, und auch Hautpilz am Körper begegnet mir oft. Beides lässt sich gut behandeln. Entscheidend ist, dass es wirklich ein Pilz ist, denn manches Ekzem sieht täuschend ähnlich aus.
Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Wie erkenne ich Fußpilz zwischen den Zehen?
Am häufigsten beginnt Fußpilz in den Zehenzwischenräumen, oft zwischen dem vierten und fünften Zeh, wo es am engsten und feuchtesten ist. Die Haut ist dort weißlich aufgeweicht, schuppt, juckt und reißt ein. Die feinen Risse können brennen und sind Eintrittspforten für Bakterien.
Seltener zeigt sich Fußpilz als feine, mehlartige Schuppung an Sohle und Fußrändern, die viele zunächst für trockene Haut halten, oder als juckende Bläschen im Fußgewölbe. Auslöser sind meist Fadenpilze, die von Hornschuppen leben. Sie mögen es feucht und warm: in geschlossenen Schuhen, in Synthetiksocken, zwischen schlecht abgetrockneten Zehen.
Ist Fußpilz ansteckend?
Ja. Die Pilze werden über Hautschuppen übertragen, die überall dort liegen, wo viele Menschen barfuß gehen: im Schwimmbad, in der Sauna, in Umkleiden und Hotelbädern, aber auch zu Hause auf Badematte und Teppich. Ob man sich ansteckt, hängt jedoch auch von der eigenen Haut ab. Ein höheres Risiko haben Menschen mit feuchten Füßen, engen Zehenzwischenräumen, Diabetes, Durchblutungsstörungen oder einem geschwächten Immunsystem.
Unbehandelter Fußpilz breitet sich oft auf die Nägel aus, und dann wird es langwierig, mehr dazu im Artikel über Nagelpilz. Umgekehrt kann ein Nagelpilz den Fuß immer wieder neu anstecken. Beides gehört deshalb zusammen behandelt, bei hartnäckigem Nagelbefall manchmal ergänzt durch den Nagelpilz-Laser.
Hautpilz erkennen: Wie sieht Hautpilz aus?
Der typische Hautpilz am Körper bildet einen rötlichen Ring mit schuppendem, leicht erhabenem Rand, der langsam nach außen wandert, während die Mitte blasser wird. Er juckt meist. Häufige Stellen sind Rumpf, Arme, Leisten und, oft übersehen, das Gesicht. Angesteckt hat man sich häufig am eigenen Fußpilz, an Haustieren wie Katzen oder Meerschweinchen oder beim Kontaktsport.
Daneben gibt es Hefepilze, die vor allem in feuchten Hautfalten, etwa unter der Brust oder in der Leiste, gerötete, nässende Stellen verursachen. Die Kleiepilzflechte zeigt sich als helle oder bräunliche, fein schuppende Flecken an Brust und Rücken, die nach dem Sommer besonders auffallen. Sie ist kaum ansteckend, kehrt aber gern wieder.
Hautpilz oder Ekzem?
Diese Frage ist wichtiger, als sie klingt. Auch ein Ekzem, eine Schuppenflechte oder eine Röschenflechte können rund, rot und schuppig aussehen. Beim Handekzem oder bei einer Kontaktallergie jucken die Stellen ebenfalls, und an den Füßen sehen Ekzem und Pilz manchmal zum Verwechseln ähnlich aus.
Wer auf Verdacht eine Kortisoncreme aufträgt, kann einen Pilz verschlimmern. Die Rötung lässt zunächst nach, der Pilz breitet sich unter der Creme aber weiter aus und verändert sein Aussehen, sodass er schwerer zu erkennen ist. Umgekehrt hilft eine Pilzcreme nicht bei einem Ekzem oder einer Schuppenflechte. Deshalb sichere ich die Diagnose, bevor ich behandle.
Wie wird ein Pilz nachgewiesen?
Ich schabe etwas Hautschuppen vom Rand der Stelle ab, das tut nicht weh. Mit einer Pilz-PCR wird im Labor das Erbgut der Pilze nachgewiesen, das Ergebnis liegt meist nach wenigen Tagen vor. Die klassische Pilzkultur braucht dagegen oft mehrere Wochen. Tragen Sie in den Tagen vor der Probe möglichst keine Pilzcreme auf, sonst kann das Ergebnis falsch ausfallen.
Fußpilz und Hautpilz behandeln: Was hilft?
Meist genügt eine Creme, ein Gel oder ein Spray gegen Pilze, das Sie über mehrere Wochen auftragen. Wichtig ist, nicht zu früh aufzuhören. Der Juckreiz lässt oft schon nach wenigen Tagen nach, die Pilze sind dann aber noch nicht verschwunden. Ich empfehle deshalb in der Regel, noch einige Zeit über das sichtbare Abheilen hinaus weiterzubehandeln. Bei ausgedehntem Befall, bei Pilz an der Kopfhaut oder wenn Cremes nicht helfen, kommen Tabletten infrage.
Zu Hausmitteln werde ich oft gefragt. Ehrlich gesagt: Essig, Backpulver oder Wasserstoffperoxid sind keine verlässliche Behandlung. Teebaumöl wirkt zwar etwas gegen Pilze, löst aber nicht selten eine Kontaktallergie aus. Was wirklich hilft, ist schlicht: Füße gründlich waschen und die Zehenzwischenräume sorgfältig abtrocknen, notfalls mit dem Föhn auf kalter Stufe.
Fußpilz: Was tun mit Schuhen und Socken?
Damit der Pilz nicht wiederkommt, gehört die Umgebung zur Behandlung:
- Socken, Handtücher und Badematten bei mindestens 60 Grad waschen.
- Socken täglich wechseln, am besten aus Baumwolle oder Wolle statt Synthetik.
- Schuhe abwechselnd tragen, damit sie zwischendurch vollständig austrocknen, und getragene Schuhe mit einem Pilzspray aus der Apotheke behandeln.
- Im Schwimmbad, in der Sauna und im Hotel Badeschuhe tragen.
- Für Füße und Körper getrennte Handtücher verwenden, um den Pilz nicht zu verschleppen.
Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten
Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn
- Sie haben Diabetes oder Durchblutungsstörungen
- Rötung und Schwellung, die sich vom Fuß aus ausbreiten, oder Fieber
- keine Besserung nach zwei bis drei Wochen Behandlung
- Verdacht auf Pilz an Kopfhaut, Gesicht oder Nägeln
- Stellen, die unter einer Kortisoncreme größer werden
- häufige Rückfälle
Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren
Häufige Fragen
Wie lange ist Fußpilz ansteckend?
So lange, wie Pilze in den Hautschuppen leben, also auch noch einige Zeit, nachdem der Juckreiz verschwunden ist. Mit konsequenter Behandlung sinkt die Ansteckungsgefahr. Badeschuhe und eigene Handtücher schützen in dieser Zeit Ihre Mitmenschen.
Wie lange dauert es, bis Fußpilz weg ist?
Mit einer passenden Creme bessert sich Fußpilz oft innerhalb von ein bis zwei Wochen, vollständig behandelt ist er meist nach mehreren Wochen. Sind die Nägel mitbetroffen, dauert es deutlich länger.
Woher kommt Hautpilz am Körper oder im Gesicht?
Oft vom eigenen Fußpilz, der mit Händen oder Handtuch verschleppt wird, oder von Haustieren. Bei Kindern mit Hautpilz lohnt ein Blick auf Katze, Hund oder Meerschweinchen, die dann tierärztlich untersucht werden sollten.
Hilft Teebaumöl gegen Fußpilz?
Teebaumöl hat eine schwache Wirkung gegen Pilze, ersetzt aber keine Behandlung. Vor allem älteres, an der Luft verändertes Öl kann eine Kontaktallergie auslösen. Ich rate deshalb zu einer geprüften Creme gegen Pilze.
Fußpilz oder trockene Haut?
Das ist mit bloßem Auge oft nicht sicher zu sagen. Eine feine Schuppung an der Sohle, die auf Pflegecremes nicht anspricht, kann ein Pilz sein. Eine Pilz-PCR bringt Klarheit.