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Ratgeber · Haare, Nägel und Pilz

Haarausfall bei Frauen: die häufigsten Ursachen und was hilft

Haare zu verlieren, beunruhigt. Die gute Nachricht: Fast jeder Haarausfall lässt sich einer Ursache zuordnen, und davon hängt ab, was sinnvoll ist und was nicht.

Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Frau von hinten, die mit den Fingern ihren Scheitel teilt, warmes Fensterlicht

Wie viel Haarausfall ist normal?

Haare wachsen in Zyklen. Jedes Haar wächst einige Jahre, ruht dann und fällt schließlich aus, während darunter ein neues nachwächst. Bis zu etwa hundert Haare am Tag zu verlieren, ist deshalb normal. An Tagen mit Haarwäsche sind es oft mehr.

Auffällig wird es, wenn über Wochen deutlich mehr Haare ausgehen, der Zopf dünner wird, der Scheitel breiter oder kahle Stellen entstehen.

Haarausfall bei Frauen: Was steckt meist dahinter?

Frauen erleben Haarausfall oft anders als Männer. Selten entstehen kahle Stellen, meist wird das Haar insgesamt dünner, der Zopf schmaler oder der Scheitel breiter. Das ist belastend, gerade weil man es lange kaum jemandem zeigen mag.

Hinter Haarausfall bei Frauen stecken vor allem drei Gruppen von Ursachen: hormonelle Veränderungen, etwa nach einer Geburt, nach dem Absetzen der Pille oder in den Wechseljahren; Mangelzustände wie ein niedriger Eisenspeicher, der bei Frauen vor den Wechseljahren häufig ist; und die anlagebedingte Form, die bei Frauen am Scheitel beginnt. Nicht selten kommen mehrere Ursachen zusammen. Welche Blutwerte dabei weiterhelfen, erkläre ich unter Eisenmangel und Haarausfall.

Anlagebedingter Haarausfall

Die häufigste Form ist der anlagebedingte Haarausfall. Die Haarwurzeln reagieren empfindlich auf männliche Hormone, die in kleinerer Menge auch Frauen bilden, und die Haare werden mit der Zeit feiner und kürzer.

Bei Männern beginnt er meist mit Geheimratsecken und einer lichter werdenden Stelle am Hinterkopf. Bei Frauen lichtet sich typischerweise das Haar am Scheitel, während der Haaransatz an der Stirn erhalten bleibt. Häufig wird er nach den Wechseljahren deutlicher.

Diffuser Haarausfall nach einem Auslöser

Gehen plötzlich auf dem ganzen Kopf vermehrt Haare aus, steckt oft ein Ereignis zwei bis drei Monate zuvor dahinter. Durch die Verzögerung bringt man beides häufig nicht miteinander in Verbindung. Mögliche Auslöser sind:

  • eine fieberhafte Erkrankung oder Operation,
  • eine Geburt oder das Absetzen der Pille,
  • starke Belastung oder eine strenge Diät,
  • ein Mangel, etwa ein Eisenmangel, oder eine Störung der Schilddrüse,
  • bestimmte Medikamente.

Kreisrunder und vernarbender Haarausfall

Beim kreisrunden Haarausfall entstehen scharf begrenzte, kahle Stellen, meist am Kopf, manchmal auch im Bart oder an den Augenbrauen. Ursache ist eine Fehlreaktion des Immunsystems gegen die Haarwurzeln. Die Haare können von selbst wiederkommen, der Verlauf ist aber schwer vorherzusagen.

Selten zerstört eine Entzündung die Haarwurzeln dauerhaft. Solche vernarbenden Formen zeigen sich etwa durch Rötung, Schuppung, Brennen oder einen zurückweichenden Haaransatz an der Stirn. Hier ist eine frühe Diagnose besonders wichtig, weil verlorene Haarwurzeln nicht nachwachsen.

Wie ich die Ursache finde

In der Haarausfall-Beratung frage ich nach dem Verlauf, nach Erkrankungen, Medikamenten und Ernährung, untersuche Kopfhaut und Haare und veranlasse bei Bedarf gezielte Blutuntersuchungen, etwa zu Eisen und Schilddrüse. Bitte waschen Sie die Haare zwei bis drei Tage vor dem Termin nicht und bringen Sie, wenn vorhanden, frühere Laborbefunde mit.

Erst wenn die Ursache klar ist, ist eine Therapie sinnvoll. Je nach Form kommen äußerliche oder innerliche Mittel, Eigenbluttherapie, Mesotherapie oder Laser infrage, oft kombiniert. Weil Haare langsam wachsen, lässt sich frühestens nach einigen Monaten beurteilen, ob eine Behandlung anschlägt.

Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten

Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn

  • deutlich mehr Haarverlust über mehrere Wochen
  • kahle, scharf begrenzte Stellen
  • Rötung, Schuppung, Jucken oder Brennen der Kopfhaut
  • ein zurückweichender Haaransatz an der Stirn bei Frauen

Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren

Häufige Fragen

Helfen Haarvitamine?

Nur, wenn tatsächlich ein Mangel besteht. Deshalb bestimme ich die Blutwerte bei Haarausfall lieber gezielt, als auf Verdacht Präparate einnehmen zu lassen.

Wächst das Haar nach diffusem Haarausfall wieder?

Wenn der Auslöser vorbei ist, beruhigt sich der Haarausfall in der Regel innerhalb einiger Monate, und die Haare wachsen nach. Hält er länger an, sollte nach weiteren Ursachen gesucht werden.

Ab wann sollte ich zur Hautärztin gehen?

Wenn der Haarausfall über mehrere Wochen anhält, Sie kahle Stellen bemerken oder die Kopfhaut juckt, brennt oder schuppt. Je früher die Ursache bekannt ist, desto mehr Haare lassen sich erhalten.

Termin vereinbaren

Beginnen wir mit einem Gespräch.

Buchen Sie Ihren Termin online über Doctolib oder rufen Sie in der Praxis an. Sie müssen den Namen der Behandlung nicht kennen. Erzählen Sie mir, was Sie beschäftigt, den passenden Weg finden wir gemeinsam.

P.S. Wenn Sie lieber anrufen möchten, ist mein Team gern für Sie da.