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Ratgeber · Laser und Licht

Besenreiser: Ursachen, veröden oder lasern?

Besenreiser sind sehr häufig und meist harmlos, stören aber viele, sobald die Beine im Sommer zu sehen sind. Woher die feinen Äderchen kommen, was gegen sie hilft und wann Laser oder Verödung der bessere Weg ist, erkläre ich hier.

Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Unterschenkel einer Frau auf der Bettkante, an der Wade feine Äderchen, warmes Morgenlicht

Was sind Besenreiser?

Besenreiser sind kleinste, erweiterte Venen direkt unter der Hautoberfläche. Sie schimmern rötlich bis bläulich und bilden feine Linien, Fächer oder Netze, die an einen Reisigbesen erinnern, daher der Name. Typisch sind sie an Oberschenkeln, Kniekehlen und Unterschenkeln. Medizinisch heißen sie Teleangiektasien oder Besenreiservarizen.

Etwas größer und bläulich-grün sind die sogenannten retikulären Venen. Sie verlaufen oft netzartig etwas tiefer und versorgen manchmal ganze Besenreiser-Felder.

Besenreiser: Ursache und Risikofaktoren

Die wichtigste Ursache ist die Veranlagung. Die Wände der kleinen Venen geben leichter nach, das Blut staut sich, die Gefäße weiten sich und werden sichtbar. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Begünstigt werden Besenreiser durch

  • Hormone, etwa in der Schwangerschaft, bei hormoneller Verhütung oder in den Wechseljahren,
  • Schwangerschaften, durch Hormone und den zusätzlichen Druck auf die Beinvenen,
  • langes Stehen oder Sitzen im Beruf,
  • Übergewicht und wenig Bewegung,
  • das Älterwerden, weil das Bindegewebe nachgibt.

Besenreiser oder Krampfadern?

Besenreiser liegen flach in der Haut und sind nur Bruchteile eines Millimeters breit. Krampfadern dagegen sind deutlich dickere, oft geschlängelte Venen, die sich vorwölben. Beide können zusammen auftreten. Besenreiser sind dann manchmal das sichtbare Zeichen einer tiefer liegenden Venenschwäche.

Wenn die Beine schwer werden, abends anschwellen, spannen oder schmerzen, gehört vor jeder ästhetischen Behandlung eine Untersuchung der Venen, gegebenenfalls in einer gefäßmedizinischen oder phlebologischen Praxis. Sonst kommen behandelte Besenreiser rasch wieder. Eine plötzliche, einseitige, schmerzhafte Schwellung eines Beins kann auf eine Thrombose hinweisen und muss sofort ärztlich abgeklärt werden.

Besenreiser veröden oder lasern: Was ist besser?

Beide Verfahren verschließen die Äderchen, der Körper baut sie danach über Wochen ab. Welches besser passt, hängt vor allem von der Größe der Gefäße ab.

Bei der Verödung, medizinisch Sklerotherapie, wird ein Verödungsmittel mit einer sehr feinen Nadel in das Gefäß gespritzt. Sie eignet sich besonders für etwas größere Besenreiser und retikuläre Venen. Der Laser arbeitet von außen und ohne Nadel. Seine Stärke sind sehr feine Besenreiser, in die sich kaum eine Nadel einführen lässt, und Äderchen, die nach einer Verödung zurückgeblieben sind.

Für die Laserbehandlung von Besenreisern planen Sie meist drei bis fünf Sitzungen im Abstand einiger Wochen ein. Man spürt kurze, heiße Stiche, die Kühlung macht das gut aushaltbar. Sind die Gefäße für den Laser zu groß, sage ich Ihnen das offen. Dann ist die Verödung, die ich ebenfalls anbiete, oft der wirksamere Weg.

Direkt nach dem Lasern können die behandelten Äderchen zunächst dunkler wirken, die Haut ist leicht gerötet oder geschwollen. Das blasst über Tage bis Wochen ab. Selten bleiben bräunliche Verfärbungen, die meist langsam verblassen. Nach einer Verödung sind kleine Blutergüsse und das Tragen von Kompressionsstrümpfen für einige Zeit üblich.

Besenreiser im Gesicht

Feine Äderchen an Nase und Wangen werden oft ebenfalls Besenreiser genannt, heißen dort aber Couperose. Sie hängen mit empfindlicher, heller Haut, Sonne und Wind zusammen und können Teil einer Rosazea sein. Im Gesicht ist der Laser das passende Verfahren, verödet wird dort nicht. Mehr dazu unter Rötungen im Gesicht und beim Gefäßlaser bei Couperose. Einzelne rote Pünktchen mit feinen Ausläufern sind dagegen meist Spider naevi, die ich unter rote Punkte auf der Haut beschreibe.

Besenreiser vorbeugen: Was hilft wirklich?

Die Veranlagung lässt sich nicht ändern. Salben, Tabletten oder Hausmittel wie Apfelessig lassen vorhandene Besenreiser nicht verschwinden. Sie können die Venen aber entlasten und so dazu beitragen, dass weniger neue entstehen:

  • viel gehen, Treppen steigen, Rad fahren oder schwimmen, weil die Wadenmuskeln das Blut nach oben pumpen,
  • im Stehen und Sitzen öfter die Füße kreisen lassen und die Beine abends hochlegen,
  • bei stehender Tätigkeit oder auf langen Reisen Kompressionsstrümpfe tragen,
  • große Hitze an den Beinen meiden, etwa sehr heiße Bäder oder lange Saunagänge,
  • auf Sonnenschutz an den Beinen achten.

Besenreiser im Sommer behandeln?

Besser nicht. Nach dem Laser sollten die Stellen vier bis sechs Wochen vor Sonne geschützt werden, gebräunte Haut behandle ich nicht. Die beste Zeit ist deshalb von Herbst bis Frühjahr, dann sind die Beine bis zum Sommer abgeheilt. Was in den Wochen danach wichtig ist, steht unter nach der Laserbehandlung.

In der Schwangerschaft behandle ich nicht. Besenreiser, die in dieser Zeit entstanden sind, bilden sich in den Monaten nach der Geburt manchmal teilweise zurück. Es lohnt sich, diese Zeit abzuwarten.

Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten

Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn

  • die Beine fühlen sich schwer an oder schwellen abends an
  • neben den Besenreisern treten dickere, hervortretende Venen auf
  • ein Bein schwillt plötzlich und schmerzhaft an
  • die Haut an den Unterschenkeln verfärbt sich bräunlich oder wird hart
  • eine Wunde am Unterschenkel heilt nicht ab

Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren

Häufige Fragen

Sind Besenreiser gefährlich?

Meist nicht, sie sind vor allem ein kosmetisches Thema. Bei schweren, geschwollenen Beinen oder sichtbaren Krampfadern sollte aber eine Venenschwäche abgeklärt werden.

Was hilft gegen Besenreiser wirklich?

Verschwinden lassen sie sich nur durch Verschließen der Äderchen, also mit Laser oder Verödung. Cremes, Tabletten und Hausmittel lassen sie nicht verschwinden. Bewegung, Hochlegen der Beine und Kompressionsstrümpfe können vorbeugen.

Wie viele Sitzungen braucht man beim Lasern von Besenreisern?

Meist drei bis fünf, im Abstand von einigen Wochen. Das Ergebnis zeigt sich nach und nach, weil der Körper die verschlossenen Gefäße erst abbauen muss. Details finden Sie bei der Besenreiser-Behandlung mit dem Laser.

Kommen Besenreiser nach der Behandlung wieder?

Behandelte Äderchen bleiben meist verschlossen. Die Veranlagung bleibt aber, deshalb können an anderen Stellen neue entstehen. Viele lassen sich darum nach einigen Jahren eine Auffrischung machen.

Besenreiser oder blauer Fleck: Wie unterscheide ich das?

Ein blauer Fleck verändert über Tage seine Farbe von Blau über Grün zu Gelb und verschwindet. Besenreiser bleiben unverändert und zeigen bei genauem Hinsehen feine Linien. Kommen blaue Flecken ohne Anlass gehäuft vor, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

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