Zum Inhalt springen

Ratgeber · Laser und Licht

Tattoo entfernen: Sitzungen, Schmerzen, Narben

Ein Tattoo ist schnell gestochen, aber nur mit Geduld wieder entfernt. Wer weiß, wie viele Sitzungen realistisch sind, wie sich die Behandlung anfühlt und welche Farben schwierig sind, kann die Entscheidung in Ruhe treffen.

Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Innenseite eines Unterarms auf Leinen mit einem kleinen, bereits verblassten Tattoo aus feinen Linien

Wie funktioniert die Tattooentfernung mit dem Laser?

Die Farbe eines Tattoos liegt nicht in der Oberhaut, sondern tiefer in der Lederhaut. Dort sind die Farbpartikel zu groß, als dass der Körper sie abbauen könnte. Ein Laser mit ultrakurzen Impulsen zerschlägt diese Partikel in winzige Bruchstücke. Fresszellen nehmen sie auf und transportieren sie über das Lymphsystem ab. Mit jeder Sitzung wird das Tattoo blasser.

Verschiedene Wellenlängen erreichen verschiedene Farben. Deshalb beurteile ich vor der Tattooentfernung mit dem Laser Farben, Dichte und Tiefe des Motivs und Ihren Hauttyp. Seit 2021 dürfen in Deutschland nur Ärztinnen und Ärzte Tattoos mit dem Laser entfernen. Wie Laser grundsätzlich auf die Haut wirken, erkläre ich im Überblick unter Laserbehandlung der Haut.

Wie viele Sitzungen braucht man, um ein Tattoo zu entfernen?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Laien-Tattoos mit wenig Farbe sind oft nach einigen Sitzungen deutlich blasser. Dichte, farbige Profi-Tattoos brauchen häufig zehn oder mehr. Einfluss haben außerdem:

  • die Farben: Schwarz und Dunkelblau sprechen meist gut an,
  • die Menge und Tiefe der Farbe, bei Profi-Tattoos oft dichter gestochen,
  • das Alter des Tattoos, ältere Motive sind oft schon etwas verblasst,
  • die Körperstelle, an Händen und Füßen geht der Abtransport langsamer als am Oberkörper,
  • Ihre Haut und Ihr Allgemeinbefinden, Rauchen etwa verlangsamt den Abbau.

Warum so lange Abstände zwischen den Sitzungen?

Zwischen zwei Terminen liegen meist sechs bis acht Wochen. Das hat einen Grund: Den eigentlichen Abbau leistet nicht der Laser, sondern Ihr Körper. Das Lymphsystem braucht Wochen, um die zerkleinerten Farbteilchen abzutransportieren, und die Haut muss vollständig abheilen. Kürzere Abstände beschleunigen das Ergebnis nicht, sie erhöhen nur das Risiko für Reizungen und Narben. Rechnen Sie deshalb eher mit vielen Monaten als mit wenigen Wochen.

Welche Farben lassen sich entfernen?

Schwarz, Dunkelblau und Dunkelgrau lassen sich meist gut aufhellen. Grün und Türkis brauchen oft mehr Sitzungen. Gelb, Orange, Weiß und sehr helle Pastelltöne sprechen schlechter an und bleiben manchmal als Schatten zurück.

Eine Besonderheit sind weiße, hautfarbene und manche rosafarbenen Pigmente, wie sie auch im Permanent-Make-up vorkommen. Sie können durch den Laser chemisch umschlagen und plötzlich grau oder schwarz werden. Darum teste ich solche Farben vorher an einer kleinen Stelle. Permanent-Make-up an Augenbrauen oder Lidstrich lässt sich ebenfalls behandeln, wegen der Nähe zum Auge aber nur mit besonderer Vorsicht.

Rote Tattoofarbe löst häufiger als andere Farben eine Allergie aus: Die Stelle juckt, schwillt an oder wird knotig, manchmal erst Jahre nach dem Stechen. Vor dem Lasern einer solchen Stelle ist besondere Vorsicht nötig, weil die zerfallenden Farbteilchen die Reaktion verstärken können.

Tut Tattoo entfernen weh?

Die meisten beschreiben die Impulse wie Spritzer heißen Fetts oder ein schnalzendes Gummiband. Die Behandlung selbst dauert je nach Größe nur wenige Minuten. Kühlung und auf Wunsch eine Betäubungscreme machen sie gut erträglich. Eine völlig schmerzfreie Tattooentfernung verspreche ich nicht. Danach kann die Stelle wie nach einem Sonnenbrand brennen, es bilden sich oft Bläschen und Krusten, die in ein bis zwei Wochen abheilen.

Tattoo entfernen ohne Narben: Ist das möglich?

Bei sorgfältiger Behandlung und guter Wundpflege sind Narben selten. Vorübergehend können hellere oder dunklere Stellen zurückbleiben, die sich meist über Monate angleichen. Manchmal zeichnet sich die Form des Motivs noch leicht ab, vor allem wenn das Tattoo beim Stechen schon die Haut verletzt hatte.

Wichtig ist, was Sie selbst danach tun: Blasen und Krusten nicht öffnen, die Stelle sauber und gepflegt halten, bis zur Abheilung auf Sauna, Schwimmen und Sonne verzichten. Was in den ersten Tagen hilft, habe ich unter nach der Laserbehandlung zusammengefasst. Gebräunte Haut behandle ich nicht, guter Sonnenschutz gehört deshalb zur ganzen Behandlungszeit. Bleibt doch eine unebene Narbe zurück, lässt sie sich oft mit einem fraktionierten Laser-Resurfacing glätten.

Tattoo aufhellen für ein Cover-up

Nicht jedes Tattoo muss ganz verschwinden. Wer ein neues Motiv darüberstechen lassen möchte, braucht oft nur wenige Sitzungen, bis das alte Bild hell genug ist. Das gibt Tätowiererin oder Tätowierer mehr Freiheit bei der Gestaltung. Zwischen der letzten Lasersitzung und dem Cover-up sollte die Haut einige Wochen ganz abgeheilt sein.

Tattoo entfernen ohne Laser oder mit Hausmitteln?

Davon rate ich ab. Sogenannte Tattoo-Remover, bei denen eine säurehaltige Flüssigkeit in die Haut eingebracht wird, sowie Abschleifen oder Salzbehandlungen verletzen die Haut absichtlich, damit die Farbe mit der Wunde abgestoßen wird. Das Ergebnis ist schwer steuerbar, Infektionen und deutliche Narben sind häufig.

Hausmittel wie Wasserstoffperoxid, Zitronensaft oder Cremes erreichen die Farbe in der Lederhaut gar nicht. Sie reizen oder verätzen die Oberfläche und können Narben hinterlassen, die eine spätere Laserbehandlung erschweren.

Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten

Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn

  • ein Tattoo juckt, schwillt an oder wird knotig, besonders in roten Bereichen
  • nach dem Lasern zeigen sich Eiter, zunehmende Rötung oder Fieber
  • Blasen oder Wunden heilen nach zwei Wochen nicht ab
  • eine Stelle hat sich nach einem Tattoo-Remover oder Hausmittel entzündet
  • unter oder in einem Tattoo verändert sich ein Muttermal

Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, ein Tattoo zu entfernen?

Bei Abständen von sechs bis acht Wochen und häufig zehn oder mehr Sitzungen dauert eine vollständige Entfernung oft ein bis zwei Jahre. Laien-Tattoos und reine Aufhellungen gehen meist schneller. Eine ehrliche Einschätzung gebe ich Ihnen vor Beginn der Tattooentfernung.

Tattoo entfernen oder überstechen: Was ist besser?

Das hängt vom Motiv und Ihrem Wunsch ab. Ein dunkles, großes Tattoo lässt sich kaum ohne vorheriges Aufhellen überdecken. Oft ist eine Kombination sinnvoll: einige Lasersitzungen, danach ein Cover-up.

Ist Tattooentfernung gefährlich?

In ärztlicher Hand ist sie gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind Blasen, Krusten, vorübergehende Aufhellungen oder Verfärbungen und selten Narben. Riskanter sind Säure- und Remover-Behandlungen ohne Laser.

Kann man ein Tattoo zu Hause entfernen?

Nein. Weder Cremes noch Wasserstoffperoxid oder andere Hausmittel erreichen die Farbe in der Lederhaut. Sie schädigen nur die Oberfläche und können Narben hinterlassen, die später schwer zu behandeln sind, ähnlich wie Aknenarben.

Darf ich nach dem Lasern in die Sonne?

Bis zur Abheilung nicht, und auch danach sollte die Stelle bis zur nächsten Sitzung gut geschützt bleiben. Gebräunte Haut reagiert stärker auf den Laser. Ideal ist deshalb die Zeit von Herbst bis Frühjahr.

Termin vereinbaren

Beginnen wir mit einem Gespräch.

Buchen Sie Ihren Termin online über Doctolib oder rufen Sie in der Praxis an. Sie müssen den Namen der Behandlung nicht kennen. Erzählen Sie mir, was Sie beschäftigt, den passenden Weg finden wir gemeinsam.

P.S. Wenn Sie lieber anrufen möchten, ist mein Team gern für Sie da.