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Ratgeber · Hautkrebs und Hautveränderungen

Sonnenschutz richtig gemacht: Was die Haut am See braucht

Am Bodensee verbringen wir viel Zeit draußen, auf dem Wasser, am Ufer, in den Weinbergen. Sonnenschutz ist der wichtigste Schutz vor Hautkrebs und vor vorzeitiger Hautalterung. Und er ist einfacher, als viele denken.

Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Strohhut und Leinentuch auf einem Holzstuhl an einer sonnigen Seeterrasse

Warum UV-Strahlung der Haut schadet

UV-B-Strahlung verursacht den Sonnenbrand. UV-A-Strahlung dringt tiefer ein, lässt die Haut altern und trägt ebenfalls zur Entstehung von Hautkrebs bei. Beide schädigen das Erbgut der Hautzellen. Die Haut repariert vieles, aber nicht alles, und die Schäden summieren sich über das Leben, bis hin zu weißem Hautkrebs.

Wasser und heller Sand werfen zusätzlich einen Teil der Strahlung zurück. Auf dem Boot, beim Stand-up-Paddeln oder am Strandbad trifft die Haut deshalb mehr UV, als man im kühlenden Wind spürt.

So schützen Sie sich

Sonnencreme ist nur ein Teil des Schutzes. Die Reihenfolge, die ich empfehle:

  • Schatten suchen, besonders in der Mittagszeit zwischen etwa 11 und 15 Uhr,
  • Kleidung, ein Hut mit Krempe und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz,
  • Sonnencreme auf alle Stellen, die frei bleiben, mit hohem Lichtschutzfaktor und UV-A-Schutz,
  • den UV-Index im Blick behalten: Ab einem Wert von 3 ist Schutz sinnvoll.

Sonnencreme richtig auftragen

Die meisten tragen zu wenig auf. Für Gesicht und Hals braucht es etwa so viel, wie auf zwei Fingerlängen passt, für den ganzen Körper eines Erwachsenen etwa drei bis vier Esslöffel. Vergessen werden oft Ohren, Nacken, Fußrücken, Kopfhaut bei lichtem Haar und die Lippen. Auch Handrücken und Dekolleté zeigen Lichtschäden später besonders deutlich.

Nachcremen nach dem Baden, Abtrocknen oder Schwitzen erhält den Schutz, verlängert ihn aber nicht. Wer bereits stundenlang in der Sonne war, sollte in den Schatten wechseln.

Ob mineralische oder chemische Filter, ist vor allem eine Frage der Verträglichkeit und des Hautgefühls. Bei empfindlicher Haut, Rosazea oder Allergien sind parfümfreie Produkte oft besser verträglich. Angebrochene Sonnencreme vom Vorjahr schützt unter Umständen nicht mehr zuverlässig, achten Sie auf das Haltbarkeitssymbol auf der Tube.

Besonders achtsam sein sollten

Kinder, deren Haut empfindlicher ist und bei denen Sonnenbrände das spätere Hautkrebsrisiko besonders erhöhen, Menschen mit heller Haut und vielen Muttermalen, alle, die schon einmal Hautkrebs oder aktinische Keratosen hatten, und Menschen mit Melasma oder Rosazea, deren Haut auf Licht mit Schüben reagiert. Auch manche Medikamente machen die Haut lichtempfindlicher, ebenso eine frische Laserbehandlung, und bei einer Sonnenallergie reagiert sie auf Licht mit Juckreiz und Bläschen.

Und das Vitamin D?

Für die Vitamin-D-Bildung reicht in den Sommermonaten meist schon kurze Zeit mit unbedeckten Armen und Gesicht, deutlich weniger, als für einen Sonnenbrand nötig wäre. Wer unsicher ist, ob ein Mangel besteht, kann den Wert im Blut bestimmen lassen, statt auf Sonnenschutz zu verzichten.

Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten

Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn

  • ein Muttermal oder Fleck verändert sich
  • raue Stellen an Stirn, Ohren oder Handrücken
  • die Haut reagiert auf Sonne mit Juckreiz, Bläschen oder Ausschlag

Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren

Häufige Fragen

Reicht Lichtschutzfaktor 30?

Für viele Situationen ja, wenn ausreichend aufgetragen wird. Auf dem Wasser, bei heller Haut oder nach Hautkrebs empfehle ich Lichtschutzfaktor 50.

Brauche ich auch im Winter Sonnenschutz?

Fürs Gesicht ja, wenn Sie Lichtalterung und Pigmentflecken vorbeugen möchten oder Melasma haben. Im Schnee und in den Bergen ist er ohnehin wichtig.

Ist Bräune ein natürlicher Schutz?

Nur ein sehr geringer. Bräune ist bereits eine Reaktion der Haut auf UV-Schäden. Auch Solarienbräune schützt nicht vor Sonnenbrand am See.

Termin vereinbaren

Beginnen wir mit einem Gespräch.

Buchen Sie Ihren Termin online über Doctolib oder rufen Sie in der Praxis an. Sie müssen den Namen der Behandlung nicht kennen. Erzählen Sie mir, was Sie beschäftigt, den passenden Weg finden wir gemeinsam.

P.S. Wenn Sie lieber anrufen möchten, ist mein Team gern für Sie da.