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Ratgeber · Hautkrebs und Hautveränderungen

Hautkrebs erkennen: Anzeichen, ABCDE-Regel und auffällige Muttermale

Die allermeisten Muttermale bleiben ein Leben lang harmlos. Damit die wenigen auffälligen nicht übersehen werden, lohnt es sich, die eigene Haut zu kennen und zu wissen, worauf ich als Hautärztin achte.

Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Hand der Ärztin mit einem Dermatoskop an der sommersprossigen Schulter einer Patientin

Was ein Muttermal ist

Ein Muttermal, medizinisch Nävus, ist eine gutartige Ansammlung von Pigmentzellen. Viele entstehen in Kindheit und Jugend, einige kommen bis ins mittlere Erwachsenenalter hinzu. Wie viele Muttermale jemand hat, hängt von der Veranlagung und davon ab, wie viel Sonne die Haut abbekommen hat.

Ein Muttermal, das sich über Jahre nicht verändert, ist in aller Regel unbedenklich. Aufmerksam werde ich, wenn ein Mal anders aussieht als die übrigen oder wenn es sich verändert.

Anzeichen von Hautkrebs auf einen Blick

Hautkrebs tut am Anfang fast nie weh. Die frühen Anzeichen sind unscheinbar und hängen von der Form ab. Statt Hautkrebs-Bilder im Internet mit der eigenen Haut zu vergleichen, achten Sie besser auf diese Zeichen:

  • ein Muttermal, das sich in Größe, Form, Farbe oder Höhe verändert, juckt oder blutet, oft ein Hinweis auf schwarzen Hautkrebs,
  • ein neuer dunkler Fleck im Erwachsenenalter, der anders aussieht als die übrigen Male,
  • ein glasig glänzendes, hautfarbenes oder rosafarbenes Knötchen, typisch für das Basaliom,
  • eine kleine Wunde oder Kruste, die immer wieder aufgeht und über Wochen nicht abheilt,
  • eine raue, schuppige Stelle an Stirn, Ohren oder Handrücken, die dicker wird oder schmerzt.

Die ABCDE-Regel

Für die Selbstbeobachtung hat sich eine einfache Merkhilfe bewährt. Jeder Buchstabe steht für ein Merkmal, das genauer angesehen werden sollte:

  • A wie Asymmetrie: Das Mal ist nicht gleichmäßig rund oder oval.
  • B wie Begrenzung: Der Rand ist unscharf, ausgefranst oder läuft aus.
  • C wie Colour (Farbe): Mehrere Farbtöne in einem Mal, etwa hell- und dunkelbraun, schwarz, rötlich oder grau.
  • D wie Durchmesser: größer als etwa fünf Millimeter.
  • E wie Entwicklung: Das Mal verändert Größe, Form, Farbe oder Höhe, es juckt oder blutet.

Das „hässliche Entlein“

Ebenso wichtig wie die ABCDE-Regel ist der Vergleich: Die Muttermale eines Menschen ähneln sich meist untereinander. Ein Mal, das aus der Reihe fällt, etwa deutlich dunkler, größer oder anders geformt als alle anderen, sollte ärztlich angesehen werden, auch wenn es sonst keine Auffälligkeiten zeigt.

Viele Melanome entstehen übrigens nicht aus einem bestehenden Muttermal, sondern auf bisher unauffälliger Haut. Ein neuer, dunkler Fleck im Erwachsenenalter gehört deshalb ebenfalls in die Sprechstunde, auch wenn er sich oft als harmlose Alterswarze herausstellt.

Schwarzer und weißer Hautkrebs

Das Melanom, der schwarze Hautkrebs, ist seltener als der helle Hautkrebs, aber gefährlicher, weil es früh streuen kann. Früh erkannt, ist es in den meisten Fällen gut behandelbar.

Zum hellen oder weißen Hautkrebs gehören das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Das Basalzellkarzinom ist der häufigste Hautkrebs überhaupt. Es zeigt sich oft als glasig schimmerndes Knötchen oder als kleine Wunde, die nicht abheilt, und wächst langsam. Das Plattenepithelkarzinom entsteht häufig aus Vorstufen, den aktinischen Keratosen, an Stellen, die viel Sonne abbekommen haben: an Oberlippe, Stirn und Wangen, aber auch an Unterarmen und Handrücken.

Wer ein höheres Risiko hat

Ein erhöhtes Risiko haben insbesondere Menschen mit

  • vielen Muttermalen oder einigen ungewöhnlich aussehenden Malen,
  • hellem Hauttyp, blonden oder rötlichen Haaren, oft mit Sommersprossen, und Haut, die schnell einen Sonnenbrand bekommt,
  • häufigen Sonnenbränden, besonders in der Kindheit, oder Solariumbesuchen,
  • Hautkrebs in der Familie oder in der eigenen Vorgeschichte,
  • einem geschwächten Immunsystem, etwa durch Medikamente nach einer Organtransplantation.

Selbst beobachten, ärztlich kontrollieren

Schauen Sie sich Ihre Haut alle paar Monate in Ruhe an, bei gutem Licht und mit einem Handspiegel für Rücken und Kopfhaut, gern mit Unterstützung. Fotos mit dem Smartphone helfen, Veränderungen später zu erkennen.

In der Hautkrebsvorsorge untersuche ich die gesamte Haut vom Kopf bis zu den Fußsohlen und betrachte auffällige Male mit dem Dermatoskop. Digitale Aufnahmen machen Veränderungen bei der nächsten Kontrolle sichtbar. Wie oft eine Kontrolle sinnvoll ist, hängt von Ihrem persönlichen Risiko ab.

Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten

Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn

  • ein Muttermal verändert Größe, Form oder Farbe
  • ein Mal juckt, blutet oder nässt ohne erkennbaren Grund
  • ein neuer dunkler Fleck im Erwachsenenalter
  • ein Mal fällt deutlich aus der Reihe
  • eine kleine Wunde heilt über Wochen nicht ab

Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren

Häufige Fragen

Wie sieht Hautkrebs am Anfang aus?

Sehr unterschiedlich. Schwarzer Hautkrebs zeigt sich oft als neuer oder sich verändernder dunkler Fleck, weißer Hautkrebs als glasiges Knötchen, raue Stelle oder kleine Wunde, die nicht abheilt. Schmerzen sind kein frühes Zeichen. Im Zweifel klärt ein Blick mit dem Dermatoskop schnell, worum es sich handelt.

Ist ein erhabenes Muttermal gefährlicher als ein flaches?

Nicht grundsätzlich. Viele erhabene, weiche Muttermale sind harmlos. Entscheidend ist, ob sich ein Mal verändert oder ob es aus der Reihe fällt. Wird ein flaches Mal plötzlich erhaben oder knotig, sollte es angesehen werden.

Darf man ein Muttermal einfach entfernen lassen?

Bevor ein Muttermal entfernt wird, auch wenn es nur kosmetisch stört, muss es eine Hautärztin oder ein Hautarzt dermatoskopisch untersuchen. Im Zweifel wird eine Probe feingeweblich untersucht, erst danach kommt ein Lasern in Frage. Ein Muttermal ohne genaue Analyse wegzulasern, gehört nicht in die Hände von Laien, denn ein Hautkrebs wäre danach nicht mehr nachweisbar. Verdächtige Male entferne ich vollständig und lasse sie feingeweblich untersuchen.

Wie oft sollte ich zur Hautkrebsvorsorge?

Das hängt von Ihrem persönlichen Risiko ab. Vor allem bei vielen Muttermalen, heller Haut oder Hautkrebs in der Vorgeschichte empfehle ich meist regelmäßige Kontrollen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten. Auch gesetzlich Versicherte können die Hautkrebsvorsorge bei mir als Selbstzahler in Anspruch nehmen.

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Buchen Sie Ihren Termin online über Doctolib oder rufen Sie in der Praxis an. Sie müssen den Namen der Behandlung nicht kennen. Erzählen Sie mir, was Sie beschäftigt, den passenden Weg finden wir gemeinsam.

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