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Ratgeber · Hautkrebs und Hautveränderungen

Warzen: Ursachen, Arten und wie man sie loswird

Warzen sind lästig, manchmal schmerzhaft und oft hartnäckig, aber fast immer harmlos. Sie entstehen durch Viren, verschwinden manchmal von selbst und kommen manchmal trotz Behandlung wieder. Hier erkläre ich, welche Arten es gibt, wie ansteckend sie sind und welche Wege es gibt, Warzen zu entfernen.

Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Patientin am Holztisch am Fenster betrachtet ihre Wange in einem Handspiegel

Was sind Warzen?

Echte Warzen sind gutartige Wucherungen der Oberhaut, die durch humane Papillomviren entstehen. Die Viren dringen über winzige Verletzungen in die Haut ein, etwa an rissigen Fingern, an aufgeweichten Fußsohlen oder an Stellen, an denen gekratzt oder rasiert wurde. Bis eine Warze sichtbar wird, können Wochen bis Monate vergehen.

Ob sich aus dem Kontakt eine Warze entwickelt, hängt stark vom Immunsystem ab. Kinder und Jugendliche bekommen häufiger Warzen, weil ihr Immunsystem die Viren noch nicht kennt. Bei Erwachsenen treten sie gehäuft auf, wenn die Haut viel feucht ist, etwa durch Schwimmen oder Arbeit mit Wasser, oder wenn die Abwehr durch Medikamente gedämpft ist.

Nicht alles, was Warze heißt, ist auch eine: Alterswarzen und Stielwarzen entstehen ohne Viren und sind nicht ansteckend. Deshalb steht vor jeder Behandlung die Frage, um welche Veränderung es sich handelt.

Welche Arten von Warzen es gibt

Je nach Virustyp und Körperstelle sehen Warzen unterschiedlich aus:

  • Gewöhnliche Warzen: hautfarbene, raue, oft blumenkohlartige Knötchen, meist an Fingern, Händen und Knien, häufig auch am Nagelrand.
  • Dornwarzen oder Fußwarzen: an der Fußsohle, durch das Körpergewicht nach innen gedrückt. Sie schmerzen beim Gehen oft wie ein Steinchen im Schuh. Typisch sind kleine schwarze Punkte, das sind verschlossene Blutgefäße.
  • Mosaikwarzen: viele kleine, flache Warzen dicht nebeneinander an der Fußsohle.
  • Flache Warzen: kleine, glatte, leicht erhabene Knötchen, oft zahlreich im Gesicht, an Handrücken oder Unterschenkeln, gern entlang von Kratz- oder Rasurspuren.
  • Fadenwarzen: dünne, fadenförmige Wucherungen, vor allem im Gesicht, an Lidern und Lippen.

Sind Warzen ansteckend?

Ja, aber nicht sehr. Die Viren werden über direkten Hautkontakt oder über Flächen übertragen, auf denen andere barfuß gelaufen sind, etwa in Schwimmbädern, Saunen, Umkleiden und Duschen. Auch die eigene Warze kann sich ausbreiten, wenn man daran kratzt, knibbelt oder sie mit der Rasur verletzt.

Zum Schutz helfen Badeschuhe in Gemeinschaftsräumen, gut abgetrocknete Füße und ein eigenes Handtuch. Wer zu feuchten Füßen neigt, beugt damit gleichzeitig Fußpilz vor, der unter ähnlichen Bedingungen entsteht.

Dellwarzen sind übrigens keine echten Warzen. Sie werden durch ein anderes Virus ausgelöst, zeigen sich als glänzende Knötchen mit einer kleinen Delle in der Mitte und betreffen vor allem Kinder, bei Erwachsenen oft die Haut im Bereich von Rasur oder Intimbereich. Auch sie gehören bei Unsicherheit in ärztliche Hände.

Warze oder etwas anderes?

Eine Dornwarze wird häufig mit einem Hühnerauge verwechselt. Beides tut beim Gehen weh. Das Hühnerauge hat einen glasigen Kern und entsteht durch Druck, die Warze unterbricht die Hautlinien und zeigt beim Abtragen punktförmige Blutungen. Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Behandlung eine andere ist.

Eine raue, wachsende Stelle bei Erwachsenen, vor allem an sonnengeschädigter Haut, kann außerdem eine Vorstufe von hellem Hautkrebs oder ein beginnender weißer Hautkrebs sein. Auch ein Plattenepithelkarzinom kann warzenartig aussehen. Eine „Warze“, die erstmals im höheren Alter auftritt, blutet oder rasch wächst, sehe ich mir deshalb immer mit dem Dermatoskop an, am besten im Rahmen einer Hautkrebsvorsorge.

Warzen am Nagelrand können den Nagel anheben oder verformen. Verdickte, verfärbte Nägel sind dagegen eher ein Zeichen von Nagelpilz.

Warzen entfernen: welche Wege es gibt

Viele Warzen verschwinden innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst, wenn das Immunsystem die Viren erkennt, bei Kindern besonders oft. Abwarten ist deshalb eine echte Möglichkeit, solange eine Warze nicht stört oder schmerzt. Möchten Sie sie loswerden, gibt es mehrere Wege, die sich oft kombinieren lassen:

  • Hornhautlösende Lösungen oder Pflaster mit Säure, über Wochen konsequent angewendet, dazu regelmäßiges Abtragen der aufgeweichten Hornhaut,
  • Vereisung in der Praxis, meist in mehreren Sitzungen im Abstand von einigen Wochen,
  • das Abtragen mit dem Laser, gerade bei hartnäckigen Warzen, die auf andere Wege nicht angesprochen haben; mehr dazu unter Warzen entfernen,
  • bei einzelnen, gut abgegrenzten Warzen in Ausnahmefällen das Abtragen in örtlicher Betäubung.

Warum Warzen wiederkommen

Keine Methode entfernt die Viren aus der umgebenden Haut. Deshalb können Warzen nach jeder Behandlung wiederkommen, auch nach dem Laser. Besonders hartnäckig sind Dornwarzen und Warzen am Nagelrand. Geduld gehört dazu, und oft braucht es mehrere Anläufe.

Vom Herausschneiden größerer Warzen mit dem Skalpell rate ich in der Regel ab. Es hinterlässt Narben, die an der Fußsohle lange schmerzen können, und schützt nicht vor einem Rückfall. Auch Hausmittel wie Klebeband oder Knoblauch sind wenig belegt. Schaden richten sie meist nicht an, solange die Haut nicht verletzt wird.

Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten

Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn

  • eine Warze schmerzt, blutet oder wächst rasch
  • Sie sind unsicher, ob es eine Warze ist, etwa bei einer neuen rauen Stelle im höheren Alter
  • viele Warzen breiten sich in kurzer Zeit aus
  • Warzen bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder geschwächtem Immunsystem, bitte nicht selbst behandeln
  • Warzen im Gesicht, am Nagel oder im Genitalbereich

Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis eine Warze weg ist?

Ohne Behandlung oft ein bis zwei Jahre, manchmal länger. Mit konsequenter Behandlung meist einige Wochen bis wenige Monate. Wie schnell es geht, hängt von Art, Größe und Lage der Warze und vom Immunsystem ab.

Kann ich mit einer Warze ins Schwimmbad?

Ja. Decken Sie die Warze mit einem wasserfesten Pflaster ab und tragen Sie Badeschuhe. So schützen Sie andere und verhindern, dass sich die Warze an Ihrem eigenen Fuß ausbreitet.

Warum habe ich als Erwachsene plötzlich Warzen?

Meist steckt ein zufälliger Kontakt mit den Viren dahinter, begünstigt durch aufgeweichte oder rissige Haut. Treten sehr viele Warzen in kurzer Zeit auf, kann das ein Hinweis auf ein geschwächtes Immunsystem sein. Dann lohnt sich eine ärztliche Abklärung.

Darf ich eine Warze selbst abschneiden?

Bitte nicht. Das verletzt die Haut, kann bluten und sich entzünden und verteilt die Viren eher. Aufgeweichte Hornhaut über einer Warze dürfen Sie vorsichtig mit einer Feile abtragen, die Sie nur dafür verwenden.

Ist die Laserbehandlung von Warzen schmerzhaft?

Ich betäube die Stelle vorher örtlich, sodass Sie während der Behandlung wenig spüren. Danach bildet sich eine kleine Wunde, die je nach Lage einige Tage bis wenige Wochen zum Abheilen braucht, an der Fußsohle eher länger.

Termin vereinbaren

Beginnen wir mit einem Gespräch.

Buchen Sie Ihren Termin online über Doctolib oder rufen Sie in der Praxis an. Sie müssen den Namen der Behandlung nicht kennen. Erzählen Sie mir, was Sie beschäftigt, den passenden Weg finden wir gemeinsam.

P.S. Wenn Sie lieber anrufen möchten, ist mein Team gern für Sie da.