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Ratgeber · Hautkrebs und Hautveränderungen

Weißer Hautkrebs: Wie sieht er aus und wie gefährlich ist er?

Weißer Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Haut. Er beginnt oft unscheinbar, als kleines Knötchen oder als Stelle, die nicht abheilen will. Früh erkannt, lässt er sich in aller Regel gut und vollständig behandeln.

Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Mann Mitte vierzig mit dunklem Haar und leichtem Bart am Fenster, natürliche Hautstruktur

Was ist weißer Hautkrebs?

Unter weißem oder hellem Hautkrebs fasst man zwei Krebsformen zusammen, die nicht aus den Pigmentzellen entstehen, sondern aus den Zellen der Oberhaut: das Basalzellkarzinom, auch Basaliom genannt, und das Plattenepithelkarzinom, früher Spinaliom. Der Name grenzt sie vom schwarzen Hautkrebs ab, dem Melanom. Weiß ist der helle Hautkrebs dabei selten, meist ist er hautfarben, rötlich oder schuppig.

Die wichtigste Ursache ist die UV-Strahlung, die sich über das Leben summiert. Deshalb tritt weißer Hautkrebs vor allem ab dem mittleren Lebensalter auf, und zwar dort, wo die Haut am meisten Sonne abbekommen hat: im Gesicht, an Nase, Stirn, Ohren, Unterlippe, Glatze und Handrücken. Ein höheres Risiko haben Menschen mit heller Haut, alle, die viel im Freien gearbeitet oder ihre Freizeit draußen verbracht haben, und Menschen, deren Immunsystem durch Medikamente gedämpft ist.

Wie sieht weißer Hautkrebs aus?

Im Anfangsstadium ist heller Hautkrebs oft nur wenige Millimeter groß und tut nicht weh. Statt Bilder zu vergleichen, achten Sie besser auf diese Merkmale:

  • ein hautfarbenes oder rosafarbenes Knötchen, das glasig oder perlmuttartig glänzt, oft mit feinen Äderchen an der Oberfläche,
  • ein flacher, leicht schuppender, rötlicher Fleck, der wie ein kleines Ekzem aussieht und auf Cremes nicht verschwindet,
  • eine kleine Wunde oder Kruste, die immer wieder aufgeht, leicht blutet und über Wochen nicht abheilt,
  • eine weißlich-gelbliche, leicht eingesunkene Stelle, die an eine Narbe erinnert, ohne dass dort eine Verletzung war,
  • eine raue, verhornte Stelle, die dicker wird, wächst oder bei Berührung schmerzt.

Basaliom an der Nase und im Gesicht

Das Basalzellkarzinom ist mit Abstand die häufigste Form. Es sitzt besonders oft an der Nase, an Stirn und Schläfen, an den Augenwinkeln und hinter den Ohren. Viele halten es zunächst für einen Pickel, der nicht weggeht, oder für eine aufgekratzte Stelle. Typisch ist ein leicht erhabener, glänzender Rand.

Ein Basaliom wächst langsam, meist über Monate bis Jahre, und bildet fast nie Tochtergeschwülste. Es wächst aber in die Tiefe und kann Gewebe zerstören, an der Nase etwa Knorpel. Je früher es entfernt wird, desto kleiner bleibt der Eingriff und desto unauffälliger die Narbe.

Plattenepithelkarzinom: wenn eine Vorstufe weiterwächst

Das Plattenepithelkarzinom entwickelt sich häufig aus einer aktinischen Keratose, einer rauen Lichtschwiele, die noch auf die oberste Hautschicht beschränkt ist. Wird eine solche Stelle dicker, knotig oder schmerzhaft, kann daraus ein Hautkrebs geworden sein. Bevorzugt betroffen sind Unterlippe, Ohren, Glatze und Handrücken.

Diese Form wächst schneller als das Basaliom und kann in einem kleinen Teil der Fälle, vor allem bei dicken Tumoren oder geschwächtem Immunsystem, in die Lymphknoten streuen. Darum gehört jede rasch wachsende, verhornte Stelle zeitnah in hautärztliche Hände.

Ist weißer Hautkrebs gefährlich oder tödlich?

Weißer Hautkrebs ist ernst zu nehmen, aber in den allermeisten Fällen heilbar. Todesfälle sind selten und betreffen fast immer Plattenepithelkarzinome, die lange unbehandelt geblieben sind. Das Basaliom ist vor allem deshalb unangenehm, weil es unter der Oberfläche in die Tiefe wächst, ähnlich wie die Wurzeln eines Baumes, und dort größere Ausmaße annehmen kann, als man von außen sieht. Wer lange wartet, braucht deshalb oft eine deutlich ausgedehntere Operation.

Auf die Frage, ob schwarzer oder weißer Hautkrebs schlimmer ist, lautet die Antwort: Das Melanom ist seltener, aber gefährlicher, weil es schon früh streuen kann. Woran Sie den schwarzen Hautkrebs erkennen, erkläre ich im Artikel Hautkrebs erkennen: Anzeichen und ABCDE-Regel.

Wie wird weißer Hautkrebs behandelt?

Am Anfang steht die Diagnose. Mit dem Dermatoskop erkenne ich typische Muster, bei Unsicherheit klärt eine kleine Gewebeprobe, um welche Form es sich handelt. Davon hängt die Behandlung ab:

  • Der Standard ist die operative Entfernung in örtlicher Betäubung, die ich mit Schnittrandkontrolle durchführe: Das Gewebe wird feingeweblich untersucht, und erst wenn die Schnittränder frei von Tumorzellen sind, gilt der Eingriff als abgeschlossen.
  • Bei oberflächlichen Basaliomen setze ich auch die photodynamische Therapie oder wirkstoffhaltige Cremes ein, die über einige Wochen aufgetragen werden.
  • Wenn eine Operation nicht möglich ist, gibt es weitere Wege wie die Bestrahlung, die in spezialisierten Zentren erfolgt.

Vorbeugen und kontrollieren

Wer einmal hellen Hautkrebs hatte, hat ein höheres Risiko für weitere Herde. Regelmäßige Hautkrebsvorsorge und konsequenter Sonnenschutz für Gesicht, Ohren und Kopfhaut gehören deshalb dazu, gerade wenn Sie viel am See oder in den Bergen unterwegs sind. Nicht jeder neue Fleck ist verdächtig: Viele bräunliche Stellen im Gesicht sind harmlose Altersflecken oder Alterswarzen. Den Unterschied sehe ich in der Untersuchung.

Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten

Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn

  • ein glasig glänzendes Knötchen, das langsam größer wird
  • eine kleine Wunde, die immer wieder blutet oder verkrustet und nicht abheilt
  • eine raue Stelle wird dicker, knotig oder schmerzhaft
  • ein rötlicher, schuppiger Fleck verschwindet trotz Pflege nicht
  • eine narbenartige Stelle ohne vorherige Verletzung

Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren

Häufige Fragen

Wie schnell wächst weißer Hautkrebs?

Ein Basaliom wächst meist langsam, über Monate bis Jahre. Ein Plattenepithelkarzinom kann innerhalb weniger Wochen sichtbar größer werden. Eine verdächtige Stelle sollte deshalb zeitnah untersucht werden, ein Notfall ist sie in der Regel nicht.

Weißer Hautkrebs oder Pickel: Wie unterscheide ich das?

Ein Pickel heilt innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Ein Knötchen, das bleibt, glasig glänzt, immer wieder blutet oder verkrustet, sollte hautärztlich angesehen werden. Mit dem Dermatoskop lässt sich das meist schnell klären.

Kann weißer Hautkrebs nach der Behandlung wiederkommen?

An derselben Stelle ist das nach vollständiger Entfernung selten. Häufiger entstehen neue Herde an anderen sonnengeschädigten Stellen. Deshalb empfehle ich nach hellem Hautkrebs regelmäßige Kontrollen der ganzen Haut.

Ist weißer Hautkrebs ansteckend?

Nein. Hautkrebs entsteht durch Veränderungen im Erbgut der eigenen Hautzellen, vor allem durch UV-Strahlung, und lässt sich nicht übertragen.

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