Ratgeber · Hautbild, Rötungen und Pigmente
Pigmentflecken: Altersflecken, Melasma oder Sommersprossen?
Braune Flecken im Gesicht, auf Händen oder Dekolleté sind meist harmlos. Welche Art von Fleck es ist, entscheidet aber darüber, was hilft und was ihn sogar verschlechtern kann.
Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Altersflecken oder Sonnenflecken
Die sogenannten Altersflecken, medizinisch Lentigines solares, sind eigentlich Sonnenflecken. Sie entstehen über Jahre an Stellen, die viel Licht abbekommen: Gesicht, Handrücken, Unterarme und Dekolleté. Sie sind flach, scharf begrenzt und hell- bis mittelbraun. Anders als Sommersprossen verblassen sie im Winter nicht.
Melasma
Das Melasma zeigt sich als flächige, unscharf begrenzte Bräunung, meist symmetrisch auf Stirn, Wangen und Oberlippe. Es betrifft vor allem Frauen. Hormone spielen eine Rolle, etwa in der Schwangerschaft oder unter der Pille, dazu Sonne und auch sichtbares Licht.
Melasma ist hartnäckig und neigt zu Rückfällen. Eine zu kräftige Behandlung kann es verschlimmern. Hier sind Geduld, konsequenter Lichtschutz und ein behutsames Vorgehen wichtiger als jede einzelne Methode. Wie ich dabei vorgehe, beschreibe ich bei der Melasma-Behandlung.
Weitere Formen
Daneben gibt es Pigmentveränderungen, die anders aussehen oder anders entstehen:
- Sommersprossen sind angeboren, dunkeln im Sommer nach und hellen im Winter auf.
- Nach Entzündungen, etwa nach Akne oder kleinen Verletzungen, kann eine bräunliche Verfärbung zurückbleiben, die über Monate langsam verblasst. Sie ist keine echte Aknenarbe.
- Seborrhoische Keratosen, oft Alterswarzen genannt, sind erhaben, wirken aufgesetzt und haben eine raue, manchmal fettig glänzende Oberfläche. Sie sind gutartig.
Was Pigmentflecken auslöst
Hinter fast allen Pigmentflecken steht dieselbe Reaktion: Die Pigmentzellen der Haut bilden an einer Stelle mehr Farbstoff, als sie sollten. Den stärksten Anstoß gibt UV-Licht. Deshalb häufen sich Flecken an Gesicht, Handrücken und Dekolleté und werden nach dem Sommer deutlicher.
Daneben spielen Hormone eine Rolle, vor allem beim Melasma, außerdem Entzündungen der Haut, Reibung und manche Duftstoffe oder Medikamente, die die Haut lichtempfindlicher machen. Bei dunkleren Hauttypen bleiben nach Entzündungen leichter Verfärbungen zurück. Die Veranlagung entscheidet mit darüber, wie stark die Haut reagiert.
Erst die Diagnose, dann der Laser
Vor jeder Behandlung eines Pigmentflecks steht für mich die hautärztliche Untersuchung mit dem Dermatoskop. Denn eine Frühform des schwarzen Hautkrebses kann einem harmlosen Altersfleck ähneln, besonders im Gesicht älterer Menschen. Einen solchen Fleck darf man nicht weglasern.
Ist der Fleck harmlos, kommen je nach Art ein Pigmentlaser, IPL, Peelings oder aufhellende Pflege infrage. Welche Möglichkeit passt, hängt von der Art des Flecks, Ihrem Hauttyp und der Jahreszeit ab. Worin sich die Laser unterscheiden, erkläre ich im Beitrag zur Laserbehandlung der Haut.
Vorbeugen
Der wichtigste Schutz vor neuen Flecken ist täglicher Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, auch im Frühjahr und an bewölkten Tagen. Bei Melasma empfehle ich zusätzlich einen getönten Sonnenschutz, der auch vor sichtbarem Licht schützt.
Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten
Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn
- ein Fleck wird dunkler, größer oder unregelmäßig
- ein Fleck hat mehrere Farbtöne oder einen unscharfen Rand
- ein neuer Fleck wächst rasch
- Sie möchten einen Fleck entfernen lassen, ohne zu wissen, was er ist
Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren
Häufige Fragen
Kann man Altersflecken dauerhaft entfernen?
Ein behandelter Fleck kommt oft nicht wieder, neue können aber mit weiterer Sonne entstehen. Deshalb gehört der Sonnenschutz nach der Behandlung dazu.
Wann ist die beste Jahreszeit?
Herbst und Winter, weil die Haut nach einer Behandlung einige Wochen vor starker Sonne geschützt werden sollte.
Helfen Bleichcremes aus der Drogerie?
Manche Pflegeprodukte können leichte Verfärbungen etwas aufhellen. Bei Melasma oder deutlichen Flecken reichen sie meist nicht aus, und reizende Produkte können die Verfärbung sogar verstärken.