Ratgeber · Hautbild, Rötungen und Pigmente
Milien: kleine weiße Knötchen unter der Haut
Milien sind winzige, harte, weiße Knötchen, die vor allem um die Augen und auf den Wangen sitzen. Sie sehen aus wie Pickel, lassen sich aber nicht ausdrücken. Harmlos sind sie fast immer, störend oft. Hier erkläre ich, wie sie entstehen, was Sie selbst tun können und wie ich sie entferne.
Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Was sind Milien?
Milien, auch Hautgrieß genannt, sind kleine Hornzysten. In einem winzigen, geschlossenen Bläschen direkt unter der Oberhaut sammelt sich Hornmaterial, das die Haut nicht nach außen abgeben kann. Sie sind meist ein bis zwei Millimeter groß, weiß bis gelblich, fest und glatt. Anders als ein Pickel haben sie keine Öffnung und sind nicht entzündet.
Am häufigsten sitzen Milien an Ober- und Unterlidern, unter den Augen, an Wangen, Nase und Stirn. Sie kommen in jedem Alter vor. Bei Neugeborenen sind sie sehr häufig und verschwinden in den ersten Lebenswochen von selbst. Bei Erwachsenen bleiben sie dagegen oft über Monate oder Jahre bestehen.
Warum Milien entstehen
Primäre Milien entstehen ohne erkennbaren Anlass aus kleinen Anteilen von Haarfollikeln oder Schweißdrüsengängen. Sekundäre Milien bilden sich, nachdem die Haut verletzt oder stark beansprucht wurde. Häufige Auslöser sind:
- sehr reichhaltige, fettende Pflege, vor allem Augencremes, die die Poren verschließen,
- langjährige Sonnenschäden, durch die die Haut dicker und die Hornschicht träger wird,
- abheilende Haut nach Verbrennungen, Blasen, Schürfwunden oder nach kräftigen Peelings und Laserbehandlungen,
- eine längere Anwendung von Kortisoncremes,
- selten bestimmte Hauterkrankungen mit Blasenbildung.
Milie oder etwas anderes?
Kleine helle Knötchen im Gesicht sind nicht immer Milien. Talgdrüsenvergrößerungen sind etwas größer, gelblich und haben in der Mitte eine kleine Delle. Xanthelasmen sind flache, gelbliche Flecken an den Lidern. Glänzende Knötchen mit einer Delle in der Mitte können Dellwarzen sein, die ansteckend sind. Selten sieht auch ein kleiner weißer Hautkrebs anfangs wie ein perlmuttartiges Knötchen aus.
Deshalb sehe ich mir jedes Knötchen vor dem Entfernen mit dem Dermatoskop an. Sind es typische Milien, ist die Behandlung kurz und einfach.
Milien entfernen
Milien lassen sich nicht ausdrücken, weil sie keine Öffnung haben. Wer es trotzdem versucht, verletzt die Haut, riskiert eine Entzündung und kleine Narben, gerade an den dünnen Lidern. In der Praxis entferne ich sie so:
- Ich eröffne die Haut über der Milie mit einer feinen sterilen Klinge oder Nadel und drücke den Inhalt vorsichtig heraus. Das dauert pro Knötchen nur Sekunden und hinterlässt meist keine sichtbare Spur.
- Bei vielen oder sehr kleinen Milien kann ich sie mit dem Erbium-Laser hauchdünn abtragen, mehr dazu unter Warzen & Stielwarzen entfernen.
- Neigen Sie dazu, dass immer wieder neue entstehen, hilft eine Pflege, die die Hornschicht sanft erneuert, etwa mit Fruchtsäure oder Retinol, oder ein ärztliches Peeling.
Vorbeugen
Eine leichte Augenpflege statt einer sehr fettreichen Creme, konsequenter Sonnenschutz und gründliches, aber sanftes Abschminken verringern das Risiko neuer Milien. Was Retinol dabei leistet und wie man es verträglich einführt, steht unter Retinol und Vitamin C.
Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten
Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn
- Sie möchten Milien an den Lidern oder im Gesicht entfernen lassen
- ein Knötchen wächst, glänzt perlmuttartig, blutet oder heilt nicht
- es entstehen plötzlich sehr viele Milien, etwa nach Blasen oder einer Hautverletzung
- Sie sind unsicher, ob es Milien, Dellwarzen oder Talgdrüsen sind
Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren
Häufige Fragen
Kann ich Milien selbst ausdrücken?
Bitte nicht. Milien haben keine Öffnung, deshalb lassen sie sich ohne Eröffnen der Haut nicht entfernen. Beim Drücken entstehen schnell Rötung, Entzündung und kleine Narben, besonders an der dünnen Haut der Lider.
Verschwinden Milien von selbst?
Bei Neugeborenen fast immer, bei Erwachsenen nur manchmal und oft erst nach Monaten. Viele Milien bleiben bestehen, bis sie entfernt werden.
Tut das Entfernen von Milien weh?
Kaum. Sie spüren einen kurzen Pieks. Bei vielen Knötchen trage ich vorher eine Betäubungscreme auf. Danach ist die Stelle für einen Tag leicht gerötet, manchmal bildet sich eine winzige Kruste.
Kommen Milien wieder?
Eine entfernte Milie kommt an derselben Stelle meist nicht wieder. Wer zu Milien neigt, bekommt aber oft neue. Dann lohnt es sich, die Pflege umzustellen.
Was kostet es, Milien entfernen zu lassen?
Das hängt von der Zahl der Milien und vom Verfahren ab. Ich rechne nach der GOÄ ab und nenne Ihnen die Kosten nach der Untersuchung. Das Entfernen aus kosmetischen Gründen ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung.