Ratgeber · Hautalterung und Wechseljahre
Augenringe, Tränensäcke, Schlupflider: Ursachen und was hilft
Augenringe, Tränensäcke und Schlupflider lassen den Blick müde wirken, auch wenn man ausgeschlafen ist. Dahinter stecken ganz unterschiedliche Ursachen, und nur wer sie kennt, findet heraus, was wirklich hilft und was nicht.
Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Augenringe, Tränensäcke oder Schlupflider: was ist was?
Augenringe sind dunkle Schatten unter den Augen, bräunlich, bläulich oder grau. Tränensäcke sind Schwellungen oder Vorwölbungen am Unterlid. Schlupflider nennt man Oberlider, bei denen die Haut über die Lidfalte hängt, manchmal bis auf die Wimpern.
Oft kommt mehreres zusammen. Ein Tränensack wirft zum Beispiel einen Schatten, der wie ein Augenring aussieht. Deshalb schaue ich mir die Augenpartie bei verschiedenem Licht, im Sitzen und mit Blick nach oben an, bevor ich etwas empfehle.
Die Haut der Lider ist die dünnste des ganzen Körpers. Sie reagiert früh auf Schlafmangel, Sonne, Reiben und die Jahre. Deshalb fallen Veränderungen hier besonders auf, und deshalb lohnt sich hier auch besondere Vorsicht bei Behandlungen.
Augenringe: Ursachen
Die Farbe gibt oft einen Hinweis darauf, woher ein Augenring kommt:
- Bräunliche Augenringe entstehen durch vermehrtes Pigment. Das ist häufig Veranlagung und in manchen Familien schon in jungen Jahren zu sehen. Häufiges Reiben, etwa bei Heuschnupfen oder einem Ekzem, und Sonne verstärken es.
- Bläulich-violette Augenringe zeigen, dass die Haut unter dem Auge dünn ist und Blutgefäße durchschimmern. Wenig Schlaf, Erkältung oder Blässe machen sie deutlicher.
- Graue Schatten entstehen, wenn mit den Jahren Volumen am Übergang vom Unterlid zur Wange verloren geht. Es bildet sich eine Rinne, die Tränenrinne, die bei Licht von oben einen Schatten wirft.
Augenringe: Was fehlt dem Körper?
In den meisten Fällen fehlt nichts. Augenringe sind meist Veranlagung, Hautbeschaffenheit und Anatomie. Ein Eisenmangel kann die Haut allerdings blasser wirken lassen, sodass Schatten stärker auffallen. Wenn zusätzlich Müdigkeit, Haarausfall oder brüchige Nägel bestehen, kann eine gezielte Blutuntersuchung auf Eisen und andere Werte sinnvoll sein. Eisen auf Verdacht einzunehmen, rate ich nicht.
Auch Allergien können dahinterstecken: Eine verstopfte Nase staut das Blut in den Venen um die Augen. Juckende, gerötete oder schuppende Lider sprechen eher für ein Lidekzem, häufig durch eine Kontaktallergie auf Kosmetik oder Nagellack.
Tränensäcke: Wassereinlagerung oder Fett?
Sind die Tränensäcke morgens dick und bessern sich im Lauf des Tages, handelt es sich meist um Wassereinlagerungen. Salziges Essen, Alkohol am Vorabend, wenig Schlaf, flaches Liegen und Allergien verstärken sie. Kühlen hilft hier kurzfristig.
Bleiben die Tränensäcke den ganzen Tag gleich und werden beim Blick nach oben deutlicher, tritt meist ein Fettpolster nach vorn, weil das Gewebe, das es hält, mit den Jahren nachgibt. Das ist häufig Veranlagung. Cremes und Massagen verändern daran nichts. Sind die Lider plötzlich und deutlich geschwollen, vielleicht auch die Knöchel, sollte ärztlich nach einer inneren Ursache gesucht werden, etwa an Schilddrüse, Nieren oder Herz.
Schlupflider: was tun ohne OP?
Schlupflider entstehen, weil die Haut des Oberlids an Spannkraft verliert und ein Überschuss entsteht. Manchmal ist aber die Augenbraue abgesunken und drückt die Haut nach unten. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn dann hilft eine Lidstraffung allein nicht.
Bei leichten Schlupflidern kann eine Laserbehandlung der Augenpartie die Haut mit Wärme etwas straffen, ohne Schnitt. Lidtapes und Schminktechniken kaschieren. Bei ausgeprägtem Hautüberschuss ist die Oberlidstraffung der verlässlichere Weg. Schränken die Lider das Gesichtsfeld ein, lohnt eine augenärztliche Messung.
Augenringe unterspritzen und andere Möglichkeiten
Was hilft, hängt von der Ursache ab. Bei dünner, durchscheinender Haut können Polynukleotide die Haut über mehrere Sitzungen kräftigen. Bei einer ausgeprägten Tränenrinne kommt ein sehr zurückhaltend gesetzter Hyaluron-Filler infrage. Er passt aber nicht für jede: Wer zu Schwellungen neigt oder deutliche Tränensäcke hat, sieht danach unter Umständen schwerer aus als vorher.
Pigmentbedingte Augenringe sprechen auf Sonnenschutz, eine milde aufhellende Pflege und das Vermeiden von Reiben an. Gegen Augenringe selbst hilft Botox nicht. Ehrlich gesagt: Manche Augenringe lassen sich nur mildern, nicht ganz beseitigen. Was bei Ihnen realistisch ist, sage ich Ihnen nach der Untersuchung.
Was hilft gegen Augenringe und Tränensäcke im Alltag?
Einiges können Sie selbst tun, auch wenn es Veranlagung nicht verändert:
- ausreichend und regelmäßig schlafen, den Kopf nachts leicht erhöht lagern,
- abends wenig Salz und Alkohol, wenn morgendliche Schwellungen stören,
- die Augen nicht reiben und Heuschnupfen oder Lidekzeme behandeln lassen,
- morgens kurz kühlen, etwa mit einem kalten Waschlappen,
- täglich Sonnenschutz und eine Sonnenbrille, gerade bei Licht, das vom Wasser zurückgeworfen wird,
- Augen-Make-up abends sanft entfernen, ohne an der Haut zu ziehen.
Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten
Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn
- plötzliche, deutliche Schwellung beider Lider, besonders mit geschwollenen Knöcheln oder Atemnot
- Schwellung nur an einem Auge mit Rötung, Schmerzen oder Fieber
- juckende, gerötete oder schuppende Lider
- ein Oberlid hängt plötzlich herab oder das Auge lässt sich nicht richtig schließen
- Schlupflider schränken Ihr Gesichtsfeld ein
- ein Knötchen oder eine kleine Wunde am Lid, die nicht abheilt
Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren
Häufige Fragen
Habe ich Augenringe oder Tränensäcke?
Augenringe sind eine Verfärbung oder ein Schatten, die Haut liegt dabei flach. Tränensäcke sind eine Schwellung oder Vorwölbung, die man im Profil sieht und oft tasten kann. Häufig kommt beides zusammen, weil ein Tränensack einen Schatten wirft.
Augenringe: kühlen oder wärmen?
Bei morgendlicher Schwellung hilft Kühlen, etwa mit einem kalten Waschlappen oder gekühlten Pads. Das zieht die Gefäße zusammen und lässt Wasser abfließen. Auf Pigment oder eine Tränenrinne hat weder Kälte noch Wärme einen dauerhaften Einfluss.
Schlupflider: Laser oder operieren?
Bei leichten Schlupflidern kann ein Laser die Haut etwas straffen. Bei deutlichem Hautüberschuss oder einem vorgewölbten Fettpolster ist die Operation der verlässlichere Weg. Welche Möglichkeit bei Ihnen passt, sehe ich bei der Untersuchung von Lid und Augenbraue.
Augenringe: Hyaluron oder Polynukleotide?
Hyaluron gleicht eine tiefe Tränenrinne aus, also einen Schatten durch fehlendes Volumen. Polynukleotide füllen nicht auf, sondern sollen dünne Haut kräftigen. Bei manchen ist das eine, bei manchen das andere sinnvoller, bei manchen keins von beiden.
Helfen Augencremes gegen Augenringe?
Augencremes können die zarte Haut pflegen und mit Koffein eine leichte Schwellung kurzfristig mildern. Pigment, durchscheinende Gefäße oder eine Tränenrinne verändern sie kaum. Wichtiger ist ein Sonnenschutz, der auch für die Augenpartie geeignet ist.