Ratgeber · Hautalterung und Wechseljahre
Skinbooster, Polynukleotide, Exosomen, PRP: Was ist der Unterschied?
Skinbooster, Polynukleotide, Exosomen, PRP: Die Namen klingen ähnlich, und alle versprechen eine frischere Haut. Tatsächlich unterscheiden sie sich deutlich darin, was sie sind, wofür sie gedacht sind und wie gut sie untersucht sind.
Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Worum es bei allen vier geht
Alle vier Verfahren zielen auf die Hautqualität: auf Feuchtigkeit, Dichte, Elastizität und einen gleichmäßigen Teint. Sie verändern weder die Mimik noch die Form des Gesichts. Wer eine Zornesfalte glätten oder eine eingefallene Wange aufbauen möchte, braucht etwas anderes. Welche Behandlung zu welcher Faltenart passt, erkläre ich im Beitrag zu den Falten im Gesicht.
Gemeinsam ist ihnen auch, dass die Wirkung fein ist und sich über mehrere Sitzungen aufbaut. Einen Unterschied über Nacht sollte niemand erwarten. Und keines der Verfahren ersetzt die Grundlagen: täglichen Sonnenschutz, eine passende Pflege und Nichtrauchen.
Unterschiedlich ist, was eingebracht wird und auf welchem Weg. Skinbooster und Polynukleotide werden injiziert, Exosomen werden auf vorbehandelte Haut aufgetragen, PRP kann beides. Auch die Studienlage unterscheidet sich deutlich. Das sollten Sie wissen, bevor Sie sich entscheiden.
Skinbooster: was ist das?
Skinbooster bestehen aus wenig vernetzter Hyaluronsäure, manchmal ergänzt um Vitamine und Aminosäuren. Sie werden mit vielen feinen Injektionen flächig in die Haut gebracht und binden dort Wasser. Die Haut soll praller, glatter und ausgeruhter wirken, gerade bei Trockenheit und feinen Knitterfältchen an Gesicht, Hals, Dekolleté oder Handrücken.
Üblich ist eine Kur aus zwei bis drei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen, danach eine Auffrischung ungefähr alle sechs Monate. Von den vier Verfahren ist die Hyaluronsäure am längsten im Einsatz und am besten untersucht. Mehr dazu auf der Seite zu den Skinboostern.
Polynukleotide: was ist das?
Polynukleotide sind lange Ketten aus Erbgutbausteinen, meist aus Fischerbgut gereinigt, daher der Name „Lachs-DNA“. Sie sollen in der Haut regenerative Prozesse anstoßen und die eigene Kollagenbildung unterstützen. Sie füllen nicht auf. Ich setze Polynukleotide vor allem dort ein, wo die Haut dünn ist und Filler zu viel wären, etwa unter den Augen, am Hals und am Dekolleté.
Meist sind drei Sitzungen im Abstand einiger Wochen sinnvoll. Die ersten Studien sind ermutigend, die Datenlage ist aber kleiner als bei Hyaluronsäure. Bei einer Allergie gegen Fisch oder Meeresfrüchte behandle ich nicht.
Exosomen: was ist das?
Exosomen sind winzige Bläschen, mit denen Zellen untereinander Signale austauschen. Die Präparate für die Haut sind in der Regel kosmetische Produkte und unterscheiden sich in Herkunft und Zusammensetzung stark. Ich trage Exosomen direkt nach einem Microneedling oder einem fraktionierten Laser auf, wenn die Haut über feinste Kanäle besonders aufnahmefähig ist. Sie sollen die Erholung unterstützen und die Haut ruhiger und gleichmäßiger wirken lassen.
Meist sind drei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen sinnvoll. Ehrlich gesagt steht die Forschung hier noch am Anfang. Ich sehe Exosomen als Ergänzung zur Vorbehandlung, nicht als eigenständige Wunderbehandlung.
PRP (Vampir-Lifting): was ist das?
PRP steht für plättchenreiches Plasma. Ich gewinne es aus einer kleinen Blutprobe, die in einer Zentrifuge aufbereitet wird. Die Wachstumsfaktoren aus den Blutplättchen sollen die Erneuerung der Haut anregen. Das Plasma bringe ich mit feinen Injektionen ein oder kombiniere es mit Microneedling. Ein Lifting im chirurgischen Sinn ist das sogenannte Vampir-Lifting mit PRP nicht.
Üblich ist eine Kur aus drei bis vier Sitzungen, danach eine Auffrischung etwa einmal im Jahr. Weil das Plasma körpereigen ist, sind Allergien praktisch ausgeschlossen. Die Studienlage ist gemischt, und wie deutlich sich die Haut verändert, ist individuell sehr verschieden.
Exosomen oder Polynukleotide, Exosomen oder PRP: was passt zu wem?
Eine feste Rangfolge gibt es nicht. Entscheidend ist, was Ihre Haut braucht. Als grobe Orientierung:
- Trockene, fahle Haut mit feinen Knitterfältchen: eher Skinbooster.
- Dünne, durchscheinende Haut, etwa unter den Augen: eher Polynukleotide.
- Unruhige, großporige Haut oder Aknenarben: eher Microneedling oder Laser, ergänzt um Exosomen oder PRP.
- Wunsch nach ausschließlich körpereigenen Mitteln: PRP.
- Haut, der Feuchtigkeit und Nährstoffe fehlen: auch eine Mesotherapie mit einer individuellen Wirkstoffmischung kommt infrage.
Woran Sie eine seriöse Beratung erkennen
Gerade bei neuen Verfahren wird viel versprochen. Eine gute Beratung beginnt mit einer Untersuchung Ihrer Haut, nicht mit einem Paketangebot. Sie nennt ehrlich, wie gut ein Verfahren untersucht ist, wie viele Sitzungen realistisch sind und was Sie danach erwarten können. Und sie sagt auch, wann eine andere Behandlung besser passt oder gar keine nötig ist.
Fragen Sie ruhig nach, was genau eingebracht wird und woher es stammt. Bei Injektionen gehört die Behandlung in ärztliche Hände, weil Hygiene, Anatomie und der Umgang mit Nebenwirkungen eine Rolle spielen.
Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten
Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn
- Rötung, Schwellung oder Knötchen, die einige Tage nach einer Behandlung zunehmen statt abzuklingen
- Schmerzen, Überwärmung oder Eiterpünktchen an den Einstichstellen
- Sie haben eine Allergie gegen Fisch oder Meeresfrüchte und denken über Polynukleotide nach
- aktive Akne, Rosazea oder Lippenherpes im Behandlungsbereich
- Sie nehmen Blutverdünner oder haben eine Gerinnungsstörung
Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren
Häufige Fragen
Exosomen oder Polynukleotide: was ist besser?
Das hängt vom Ziel ab. Polynukleotide werden injiziert und eignen sich besonders für dünne Haut, etwa unter den Augen. Exosomen werden nach Microneedling oder Laser aufgetragen und sollen vor allem die Erholung und ein ruhigeres Hautbild unterstützen. Für beide ist die Datenlage noch jung.
Exosomen oder PRP?
Beide werden oft mit Microneedling kombiniert und sollen die Regeneration anregen. PRP wird aus Ihrem eigenen Blut gewonnen, Exosomen sind fertige Präparate. Wer ausschließlich Körpereigenes möchte, ist mit PRP gut beraten.
Wie lange hält ein Skinbooster?
Nach einer Kur aus zwei bis drei Sitzungen hält der Effekt meist etwa sechs Monate. Danach genügt in der Regel eine Auffrischung. Wie lange es bei Ihnen anhält, hängt auch von Sonne, Rauchen und Pflege ab.
Vampir-Lifting oder Microneedling?
Das ist oft kein Entweder-oder. Microneedling setzt feine Impulse für die Hauterneuerung, PRP kann direkt danach aufgetragen werden und gelangt dann über feinste Kanäle in die Haut. Bei Narben und großen Poren ist Microneedling allein häufig schon ein guter Anfang. Wie es sich von einem Peeling unterscheidet, erkläre ich unter Microneedling oder Peeling.
Wie oft muss man Polynukleotide spritzen?
Meist sind drei Sitzungen im Abstand einiger Wochen sinnvoll. Wie lange die Wirkung anhält, ist noch nicht gut untersucht. Ob und wann eine Auffrischung sinnvoll ist, entscheiden wir gemeinsam nach dem Verlauf.