Ratgeber · Hautbild, Rötungen und Pigmente
Große Poren: Ursachen und was wirklich hilft
Große Poren sind keine Krankheit, sondern Teil des Hautbilds. Trotzdem stören sie viele, vor allem auf Nase, Wangen und Stirn. Wegmachen lassen sich Poren nicht, aber sie können deutlich feiner wirken. Hier erkläre ich, woher große Poren kommen und was dabei hilft.
Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Was sind Poren eigentlich?
Poren sind die Öffnungen der Haarfollikel, in die die Talgdrüsen münden. Über sie gelangt Talg auf die Hautoberfläche und schützt sie. Jeder Mensch hat Poren. Wie groß sie wirken, hängt davon ab, wie viel Talg gebildet wird, wie fest das Gewebe um die Öffnung ist und wie das Licht auf die Haut fällt.
Am dichtesten liegen große Talgdrüsen in der Gesichtsmitte: auf Nase, Stirn, Kinn und den inneren Wangen. Dort fallen Poren deshalb am ehesten auf, während sie an den Schläfen oder am Hals kaum zu sehen sind. Auch eine dicke, fettige Haut zeigt ihre Poren deutlicher als eine dünne, trockene.
Große Poren: Ursache und Einflüsse
Meist kommen mehrere Gründe zusammen:
- viel Talg: Fettige Haut hat größere Talgdrüsen, deren Öffnungen weiter sind, besonders in der Gesichtsmitte,
- Veranlagung und Geschlecht: Größe und Zahl der Poren sind zum großen Teil vererbt, Männer haben oft größere Poren,
- Hormone: männliche Hormone regen die Talgproduktion an, deshalb verändern sich die Poren auch im Zyklus und in der Pubertät,
- verstopfte Poren: Talg und Hornzellen weiten die Öffnung, Mitesser machen sie sichtbar,
- Sonne: UV-Licht schädigt über Jahre das Kollagen um die Poren,
- Alter: Die Haut verliert an Spannkraft, die Poren werden länglicher und fallen stärker auf.
Große Poren im Alter
Viele bemerken mit vierzig oder fünfzig, dass die Poren auf den Wangen größer wirken als früher, obwohl die Haut gar nicht mehr fettig ist. Hier liegt es weniger am Talg als am Bindegewebe: Kollagen und elastische Fasern nehmen ab, die Haut wird schlaffer, und die Porenöffnungen ziehen sich zu kleinen, tropfenförmigen Vertiefungen auseinander. Was in der Haut dabei geschieht, erkläre ich unter Hautalterung.
Bei diesen Poren helfen weniger Produkte gegen Talg als Behandlungen, die das Kollagen anregen. Und der Schutz vor weiterer Lichtschädigung: Täglicher Sonnenschutz gehört deshalb zu jeder Porenpflege.
Große Poren auf der Nase: Mitesser oder Talgfäden?
Auf der Nase sehen viele kleine graue oder schwarze Punkte in den Poren. Meist sind das keine Mitesser, sondern Talgfäden: normaler Talg, der die Pore ausfüllt und an der Oberfläche dunkler wirkt. Sie sind gleichmäßig verteilt, flach und füllen sich nach dem Ausdrücken innerhalb weniger Tage wieder. Das ist normal und kein Zeichen mangelnder Hygiene.
Echte Mitesser sind Pfropfen aus Talg und Hornzellen, dunkler, oft erhabener und eher einzeln. Was bei großen Poren mit Mitessern zu tun ist: bitte nicht quetschen. Ausdrücken mit den Fingern oder mit Porenstreifen weitet die Pore, kann Entzündungen auslösen und im schlimmsten Fall Aknenarben hinterlassen. Besser sind eine regelmäßige milde Reinigung und Pflege mit Salicylsäure, die in die Pore wirkt.
Große Poren: Was tun im Alltag?
Mit der richtigen Pflege lassen sich Poren oft schon sichtbar verfeinern:
- morgens und abends mild reinigen, ohne zu rubbeln,
- leichte, nicht fettende Pflege und Sonnenschutz verwenden, die als nicht komedogen gekennzeichnet sind,
- Salicylsäure löst Talg in der Pore, Retinol und Fruchtsäuren verfeinern die Oberfläche,
- Niacinamid kann die Talgproduktion etwas regulieren,
- Make-up abends gründlich entfernen.
Hausmittel gegen große Poren: ehrlich eingeordnet
Eiswürfel, kaltes Wasser oder Tonerde lassen Poren für kurze Zeit kleiner wirken, mehr nicht. Zitronensaft, Natron, Essig oder Zahnpasta reizen die Haut, stören ihre Barriere und können Rötungen und Flecken auslösen. Peel-off-Masken und Porenstreifen ziehen Talgfäden heraus, die nach wenigen Tagen wieder da sind, und belasten dabei die Haut. Eine Pore schrumpft dadurch nicht dauerhaft. Auch Dampfbäder öffnen Poren nicht wirklich, sie weichen nur den Talg auf. Wer danach kräftig drückt, verletzt die Haut. Wenn Sie etwas für zu Hause suchen, ist eine gut verträgliche Pflege mit Salicylsäure meist die bessere Wahl als jedes Hausmittel.
Große Poren verkleinern beim Hautarzt
Wenn Pflege nicht reicht, gibt es ärztliche Möglichkeiten, die an der Ursache ansetzen. Welche passt, hängt davon ab, ob eher Talg oder eher nachlassendes Bindegewebe die Poren vergrößert:
- Chemische Peelings lösen verhornte Haut, reinigen die Poren und verfeinern die Oberfläche,
- Microneedling regt die Kollagenbildung an und lässt Poren über mehrere Sitzungen feiner wirken,
- das fraktionierte Laser-Resurfacing erneuert die Haut in feinen Punkten, besonders bei großen Poren im Alter und lichtgeschädigter Haut,
- bei der LADD-Behandlung öffnet ein Laser feine Kanäle, durch die Wirkstoffe tiefer in die Haut gelangen,
- die Korean Glow Signature verbindet Licht, Laser und Wirkstoffe, darunter Botox in sehr geringer Dosis, das Poren und Talgproduktion beeinflussen soll.
Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten
Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn
- neben den Poren entstehen viele entzündete Pickel oder Knoten
- die Haut ist plötzlich deutlich fettiger als früher
- Mitesser und Unreinheiten bessern sich trotz guter Pflege über Monate nicht
- ausgedrückte Stellen entzünden sich oder hinterlassen Narben
Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren
Häufige Fragen
Können große Poren wieder kleiner werden?
Ganz verschwinden können Poren nicht, sie gehören zur Haut. Mit passender Pflege, Sonnenschutz und gegebenenfalls ärztlichen Behandlungen wirken sie aber oft deutlich feiner. Bei verstopften Poren ist der Unterschied meist schon nach einigen Wochen sichtbar.
Große Poren oder Mitesser: Was ist der Unterschied?
Eine Pore ist eine normale Öffnung der Haut. Ein Mitesser ist ein Pfropf aus Talg und Hornzellen, der diese Öffnung verstopft und weitet. Die grauen Punkte auf der Nase sind meist Talgfäden, also normaler Talg und keine Mitesser.
Was hilft gegen große Poren auf der Nase?
Milde Reinigung, Pflege mit Salicylsäure und nicht fettender Sonnenschutz. Bitte nicht quetschen und keine Porenstreifen, das weitet die Poren eher. Bei hartnäckigen Poren können ärztliche Peelings oder Microneedling helfen.
Warum werden Poren im Alter größer?
Weil Kollagen und elastische Fasern abnehmen und die Haut über Jahre durch Sonne geschädigt wird. Das Gewebe um die Pore gibt nach, sie wirkt länglicher und größer. Hier helfen Behandlungen, die die Kollagenbildung anregen, und täglicher Sonnenschutz.