Ratgeber · Hautbild, Rötungen und Pigmente
Couperose und Rötungen im Gesicht: Rosazea oder etwas anderes?
Ein gerötetes Gesicht kann viele Ursachen haben, von sichtbaren Äderchen bis zu einer entzündlichen Hauterkrankung. Wer die Ursache kennt, kann gezielt behandeln und weiß, was die Haut reizt.
Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Couperose: Was ist das?
Bei der Couperose sind feine Blutgefäße an Wangen und Nase dauerhaft erweitert und als rote Äderchen sichtbar. Einzelne rote Pünktchen, teils mit feinen Ausläufern, sind dagegen oft Rubinflecken oder Gefäßspinnen. Veranlagung, Sonne, Kälte und Wind spielen eine Rolle. Die Couperose kann für sich allein bestehen oder Teil einer Rosazea sein. Umgangssprachlich heißen die Äderchen oft auch Besenreiser.
Die Äderchen bilden sich von selbst nicht zurück. Eine milde Pflege und konsequenter Sonnenschutz helfen, neuen vorzubeugen. Die bestehenden lassen sich gezielt mit Licht behandeln, wenn sie stören.
Rosazea: eine entzündliche Hauterkrankung
Die Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die meist im Erwachsenenalter beginnt, oft nach dem dreißigsten Lebensjahr. Sie verläuft in Schüben und zeigt sich vor allem in der Gesichtsmitte: an Wangen, Nase, Stirn und Kinn.
Typisch ist zunächst eine Neigung zu plötzlichem Erröten, dem sogenannten Flush, der sich von den Hitzewallungen der Wechseljahre unterscheidet. Später kann die Rötung bleiben, erweiterte Äderchen kommen hinzu, bei manchen auch entzündliche Knötchen und Pusteln. Anders als bei der Akne gibt es dabei keine Mitesser. Bei einem Teil der Betroffenen sind auch die Augen gereizt, trocken oder gerötet. Selten verdickt sich die Haut der Nase, vor allem bei Männern.
Häufige Auslöser
Die Ursache der Rosazea ist nicht vollständig geklärt. Beteiligt sind eine Fehlregulation der Gefäße und des Immunsystems, eine empfindliche Hautbarriere und Haarbalgmilben, die auf jeder Haut leben, bei Rosazea aber vermehrt vorkommen. Bestimmte Reize verschlechtern die Haut bei vielen Betroffenen:
- Sonne und UV-Licht, auch die Spiegelung am Wasser,
- Hitze, Sauna, heiße Getränke und starke Temperaturwechsel,
- Kälte und Wind,
- Alkohol, besonders Rotwein, und scharfe Speisen,
- Stress und körperliche Anstrengung,
- reizende Kosmetik, Peelings mit Körnchen und häufiges Waschen.
Was sonst dahinterstecken kann
Nicht jede Rötung ist eine Rosazea. Auch eine periorale Dermatitis rund um den Mund, ein seborrhoisches Ekzem an Nasenflügeln und Augenbrauen, eine Kontaktallergie auf Pflege oder Kosmetik, eine Akne oder, selten, eine Autoimmunerkrankung können das Gesicht röten. Weil sich die Behandlungen deutlich unterscheiden, steht die Diagnose am Anfang.
Wie ich vorgehe
Ich untersuche Ihre Haut, frage nach Auslösern und schaue mir Ihre Pflege an. Oft hilft es schon, reizende Produkte wegzulassen und die Haut konsequent vor Sonne zu schützen. Bei einer entzündlichen Rosazea kommen äußerliche und gegebenenfalls innerliche Therapien hinzu.
Erweiterte Äderchen und eine bleibende Rötung lassen sich mit Gefäßlaser oder IPL gezielt behandeln. Das ersetzt die Behandlung der Entzündung nicht, kann sie aber sinnvoll ergänzen.
Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten
Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn
- die Rötung bleibt dauerhaft oder breitet sich aus
- Knötchen und Pusteln kommen hinzu
- Augen brennen, jucken oder sind häufig gerötet
- die Haut reagiert auf fast jede Pflege
Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren
Häufige Fragen
Was hilft gegen Couperose?
Gegen neue Äderchen helfen eine milde Pflege, konsequenter Sonnenschutz und das Meiden von starker Hitze, Kälte und Alkohol. Bestehende Äderchen verschwinden durch Cremes nicht. Sie lassen sich mit einem Gefäßlaser oder einem Photofacial mit IPL gezielt veröden, meist in mehreren Sitzungen.
Ist Couperose dasselbe wie Rosazea?
Nicht ganz. Couperose beschreibt sichtbare, erweiterte Äderchen. Sie kann für sich allein bestehen oder Teil einer Rosazea sein, die zusätzlich mit Flush, Entzündung und Knötchen einhergeht. Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Rosazea eine eigene Behandlung braucht.
Ist Rosazea heilbar?
Rosazea ist eine chronische Erkrankung, die in Schüben verläuft. Mit einer passenden Behandlung und dem Meiden der eigenen Auslöser lässt sie sich in vielen Fällen gut kontrollieren.
Welche Pflege eignet sich bei Rosazea?
Mild, möglichst unparfümiert und mit wenigen Inhaltsstoffen, dazu ein täglicher Sonnenschutz. Welche Produkte zu Ihrer Haut passen, bespreche ich gern anhand dessen, was Sie bisher verwenden. Von Wärmelampen im Gesicht rate ich ab, mehr dazu unter Rotlicht und LED-Masken.
Ist Rosazea ansteckend?
Nein. Rosazea ist weder ansteckend noch eine Folge mangelnder Hygiene.