Ratgeber · Hautkrebs und Hautveränderungen
Raue Stellen auf Stirn und Kopfhaut: aktinische Keratose
Raue, schuppige Stellen, die sich wie feines Schleifpapier anfühlen, sind oft eine Folge jahrzehntelanger Sonne. Sie sind meist unscheinbar, aber sie sind eine Vorstufe von hellem Hautkrebs und gehören behandelt.
Von Dr. med. Katharina Peuker, Fachärztin für Dermatologie in Überlingen · Stand Oktober 2026

Was eine aktinische Keratose ist
Aktinische Keratosen entstehen durch eine über Jahre gesammelte UV-Belastung. Die Zellen der obersten Hautschicht verändern sich und bilden raue, manchmal rötliche oder bräunliche Stellen mit festhaftender Schuppung. Oft lassen sie sich besser ertasten als sehen.
Typisch sind sie an den sogenannten Sonnenterrassen: Stirn, Nase, Glatze und Kopfhaut bei lichtem Haar, Ohren, Unterlippe und Handrücken. Menschen, die viel draußen sind, beim Segeln, Radfahren, Wandern oder im Garten, sind besonders häufig betroffen.
Warum man sie behandeln sollte
Ein Teil der aktinischen Keratosen kann sich im Lauf der Zeit zu einem Plattenepithelkarzinom entwickeln, einer Form des hellen Hautkrebses. Welche Stelle das tun wird, lässt sich im Einzelfall nicht vorhersagen.
Hinzu kommt: Wo eine Keratose sichtbar ist, ist die umgebende Haut oft ebenfalls geschädigt. Man spricht von Feldkanzerisierung. Deshalb behandle ich bei mehreren Stellen gern die ganze betroffene Fläche und nicht nur den einzelnen Herd.
Wer besonders häufig betroffen ist
Aktinische Keratosen treten vor allem ab dem mittleren Lebensalter auf, bei Männern häufiger als bei Frauen. Ein höheres Risiko haben Menschen mit heller Haut, die leicht einen Sonnenbrand bekommt, Menschen mit lichtem Haar oder Glatze und alle, die beruflich oder in der Freizeit viele Stunden im Freien verbracht haben, etwa in Landwirtschaft, Weinbau, auf dem Bau oder auf dem Wasser.
Besonders wichtig sind regelmäßige Kontrollen, wenn das Immunsystem durch Medikamente gedämpft ist, zum Beispiel nach einer Organtransplantation. Dann entstehen aktinische Keratosen und heller Hautkrebs häufiger und wachsen schneller.
Wie ich die Diagnose stelle
Meist erkenne ich eine aktinische Keratose schon beim Betrachten und Ertasten der Haut. Mit dem Dermatoskop sehe ich typische Muster an der Oberfläche und kann sie von anderen Veränderungen unterscheiden, etwa von einer Alterswarze, einem Basalzellkarzinom oder einem beginnenden Plattenepithelkarzinom.
Ist eine Stelle verdickt, schmerzhaft oder wächst sie rasch, entnehme ich eine kleine Gewebeprobe. Die feingewebliche Untersuchung zeigt dann sicher, ob es noch eine Vorstufe ist oder bereits ein Hautkrebs, der anders behandelt werden muss.
Die Möglichkeiten im Überblick
Welche Behandlung passt, hängt davon ab, wie viele Stellen es sind, wo sie liegen und wie Ihre Haut beschaffen ist. Grundsätzlich gibt es diese Wege:
- Vereisung einzelner, gut abgrenzbarer Stellen,
- wirkstoffhaltige Cremes oder Gele, die Sie über einige Wochen zu Hause auftragen,
- die photodynamische Therapie für größere Flächen: Ein Wirkstoff reichert sich in den veränderten Zellen an und wird mit Licht aktiviert. Das ist etwas anderes als eine LED-Maske für zu Hause,
- in Einzelfällen eine operative Entfernung, wenn eine Stelle verdickt ist und ein Hautkrebs ausgeschlossen werden muss.
Vorbeugen und nachkontrollieren
Wer aktinische Keratosen hatte, bekommt häufig neue. Konsequenter Sonnenschutz für Gesicht, Ohren und Kopfhaut, ein Hut mit Krempe und regelmäßige Kontrollen gehören deshalb dazu. In der Kontrolle sehe ich neue Stellen früh und kann sie behandeln, solange sie klein sind.
Wann Sie zur Hautärztin gehen sollten
Lassen Sie Ihre Haut ärztlich ansehen, wenn
- raue oder schuppige Stellen, die nicht von selbst verschwinden
- eine Stelle wird dicker, knotig oder schmerzhaft
- eine Stelle blutet oder heilt nicht ab
- eine dauerhaft raue oder weißliche Unterlippe
Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie unsicher sind, sehe ich mir Ihre Haut gern an, in meiner Praxis in der Turmgasse in Überlingen. Termin vereinbaren
Häufige Fragen
Ist eine aktinische Keratose schon Hautkrebs?
Sie gilt als frühe Form beziehungsweise Vorstufe des hellen Hautkrebses, die auf die oberste Hautschicht beschränkt ist. Behandelt man sie rechtzeitig, lässt sich verhindern, dass daraus ein tiefer wachsender Hautkrebs wird.
Kann ich die Schuppen einfach abkratzen?
Bitte nicht. Die Schuppung kommt wieder, weil die veränderten Zellen darunter bleiben. Außerdem kann die Stelle dann schlechter beurteilt werden.
Wann ist die beste Zeit für die photodynamische Therapie?
Viele behandeln lieber außerhalb des Hochsommers, weil die Haut danach einige Tage vor Sonne geschützt werden sollte. Medizinisch notwendig ist das aber nicht. Wir planen den Termin gemeinsam.